Erstellt am 30. Januar 2016, 05:33

„Regeln gelten für alle“. VP-Stadtchef wehrt sich nach Vorfällen mit Asylwerbern gegen Vorwurf der Diskriminierung. Hausverbot auch für Österreicher.

Bürgermeister Christian Gepp will auch noch persönlich mit den betroffenen Containerbewohnern reden.  |  NOEN, Löwenstein
Nach dem Eklat im Florian-Berndl-Bad – sieben Asylwerber aus Afghanistan haben gelärmt und die Damenduschen betreten – legt die Sozialistische Jugend (SJ) ein Schäuflein nach. „Wenn die Taten von sieben Flüchtlingen zu einem Badeverbot führen, dann wünsche ich mir ein Hausverbot auch für alle österreichischen Männer“, sagt SJ-Niederösterreich-Frauensprecherin Dora Jandl, die in Stockerau lebt.

Hintergrund: Kurz nach den Vorfällen hatte VP-Stadtchef Christian Gepp verbal ein Hausverbot für alle Asylwerber ohne Begleitung verhängt. Ein paar Tage später relativierte die Stadt ihre Entscheidung, das Verbot gilt nunmehr nur noch für die betroffenen Asylwerber aus dem Containerdorf. Die Stockerauerin begründet ihre Forderung damit, dass sie unlängst im Bad durch Macho-Sprüche und sexistische Aussagen einiger österreichischer junger Männer beleidigt worden sei.

"Die Regeln im Bad gelten
für alle, egal für wen"

Gepp wollte auf die SJ-Aktion nicht eingehen. Nach Gesprächen mit der Betreuerin und einem Entschuldigungsschreiben der Flüchtlinge will er nun auch noch das persönliche Gespräch mit den betroffenen Asylwerbern suchen. In dem Schreiben versicherten die afghanischen Containerbewohner, dass sich solche Vorfälle nicht mehr wiederholen werden.

Gepp hält im NÖN-Gespräch fest: „Die Regeln im Bad gelten für alle, egal für wen.“ Er selbst habe Ferialpraxis als Bademeister gemacht: „Auch da ist es vorgekommen, dass wir ein Hausverbot ausgesprochen haben.“ Es gäbe auch Österreicher, die das Berndl-Bad nicht mehr betreten dürfen, wehrt sich Gepp gegen den Vorwurf der Diskriminierung.