Erstellt am 31. März 2016, 05:14

von Markus Glück, Bernhard U. Wieser und Kevin Kada

Sammelspaß: Anpfiff für das Pickerlfieber. Während sich Trafikanten über vermehrte Kundschaft freuen, ist auch Polit-Prominenz dem „Fieber“ verfallen.

Panini-Fans: Leobendorfs Mario Konrad und Christian Leuchtmann. Foto: Kada  |  NOEN, Kada

Wenn erwachsene Männer mit Kindern zusammenstehen, sich gegenseitig Nummern zu flüstern und danach Pickerln tauschen, dann weiß der geübte Beobachter, dass das Panini-Pickerl-Fieber ausgebrochen ist.

Spillerns Ortschef sammelt mit Tochter und Frau

Seit vergangener Woche ist das neue Panini-Album zur Europameisterschaft 2016 erhältlich, und seither wird auch im Bezirk eifrig gekauft und getauscht. Bereits am ersten Verkaufstag waren die Pickerl in der Trafik von Thorsten Maier in der Stockerauer Straße in Korneuburg ausverkauft.

„Es ist bei Großereignissen ein Wahnsinn. Die Altersgruppe erstreckt sich vom Kleinkind bis zum Pensionisten“, freut sich Maier über sehr viel Laufkundschaft.

Zu den „Pickerl-Aufreißern“ gehört auch Spillerns SP-Bürgermeister Thomas Speigner. Sein erstes Album: WM 1990 in Italien. „Ich sammle immer zu den Großereignissen, heuer gemeinschaftlich mit Tochter und Ehefrau“, so Speigner.

Auf den Tauschbörsen im Bezirk wird man auch Korneuburgs Stadtchef Christian Gepp treffen. Er verbindet mit den Panini-Pickerln Kindheitserinnerungen. „1978 hab’ ich die ersten Pickerl gesammelt. Ich hab’ damals die österreichische Mannschaft auf die Innenseite eines Küchenkästchens gepickt“, schmunzelt Gepp.

Bei Familie Gepp sind Rollen klar verteilt

Ebenso wie Speigner betreibt Gepp das Sammeln als Fami-lienprojekt. Dabei sind die Rollen klar verteilt: „Meine Tochter reißt die Packerln auf, das Einpicken übernehme dann ich.“ Das erklärte Ziel für Gepp: „Das Album muss durch Tausch fertig werden.“

Tauschen könnte er dabei auch mit Korneuburgs SP-Stadtrat Martin Peterl, der in den 1980er-Jahren mit den Bundesliga-Stickern ins Panini-Fieber gefallen ist: „Mittlerweile sammle ich aber nur mehr bei den Großereignissen.“ Anders als die beiden Bürgermeister sammelt Peterl ohne Tochter Sophie. „Sie interessiert sich mehr für Pferde und Prinzessinnen“, grinst Peterl.

Das Pickerl-Fieber macht aber auch vor den Sportplätzen im Bezirk nicht Halt. „Ich sammle heuer natürlich, immerhin ist ja auch Österreich im Heft vertreten. Und da mir meine Freundin ein Heft mitgebracht hat, blieb mir fast nichts anderes übrig“, schmunzelt Christian Leuchtmann vom SV Leobendorf. Tief in die Tasche greift auch SV-Stockerau-Coach Kristian Fitzbauer: „Damit das Heft voll wird, nehme ich auch schon mal den einen oder anderen Hunderter in die Hand.“