Erstellt am 29. Oktober 2015, 05:42

von Veronika Löwenstein

Schlechte Karten für das Projekt regiobahn. Bezirk bewirbt sich zwar mit dem Thema Mobilität für die Landesausstellung. Ob regiobahn Realität wird, ist aber fraglich.

Der Verein Mobilität 2020 plus mit Sonja Eder, Stadtchef Helmut Laab, Gemeinderat Johann Narrenhofer und Leader-Geschäftsführer Günther Laister (v.l.) besprachen die Bewerbung.  |  NOEN, LEADERWD

Den Worten sollen Taten folgen. Bis Ende des Jahres sollen die Bewerbungsunterlagen für die Landesausstellung im Jahr 2021 fertiggestellt sein. Das hat der Verein „Mobilität 2020 plus“ in seiner letzten Sitzung entschieden. Wie berichtet, wird sich der Bezirk nach einem anfänglichen Rückzieher nun doch mit dem Thema Mobilität bewerben.

Noch zwei Jahre Zeit für Vorbereitung

Die Bewerbung läuft über die Leaderregion Weinviertel-Donauraum. Geschäftsführer Günther Laister verspricht bereits Inhalte für die Einreichunterlagen. Neben dem ISTmobil und der Elektromobilität soll es auch ein bis zwei Leuchtturmprojekte geben. Welche das sein werden, kann Laister noch nicht vorhersagen.„Wir werden erst 2019 erfahren, wer den Zuschlag erhält, und haben dann noch zwei Jahre Zeit zur Vorbereitung.“
 

Nicht rosig sieht es für das Projekt regionbahn aus. Derzeit läuft eine Evaluierung sämtlicher Nebenbahnen in Niederösterreich, VP-LAbg. Hermann Haller erwartet noch heuer eine Entscheidung, ob die Bahnstrecke Korneuburg-Ernstbrunn für den Pendlerverkehr reaktiviert wird. Er macht kein Hehl daraus, dass seine Hoffnungen gedämpft sind.

Sorgen bereitet Haller das Loch von jährlich drei Millionen Euro an Betriebskosten. 50 Prozent davon würde das Land übernehmen, den Rest müssten die Gemeinden berappen. „Ich denke, dass diese Kosten für die Gemeinden zu hoch sind.“

„Wäre Kurswechsel in österreichischen Verkehrspolitik"

Eine Aussage, die FP-Gemeinderat Johann Narrenhofer aus Ernstbrunn auf die Palme bringt: „Der öffentliche Verkehr ist vom Land und vom Bund zu finanzieren. Alles andere wäre ein Kurswechsel in der österreichischen Verkehrspolitik. Für uns einen Sonderfall zu konstruieren wäre Schwachsinn, das werden wir uns nicht gefallen lassen.“ Narrenhofer wundert deshalb das schlechte Abschneiden der Öffis bei der NÖN-Umfrage - nur 33 Prozent zeigten sich zufrieden mit dem Angebot - nicht.

Markus Gerhartinger, Verkehrsexperte aus Korneuburg, schlägt in dieselbe Kerbe: „Warum dieses Projekt, das sofort umgesetzt werden könnte und von vielen Pendlern gewünscht oder herbeigesehnt wird, nicht endlich angegangen wird, ist völlig unverständlich.“ Bürgermeister Horst Gangl würde sich jedenfalls eine baldige Entscheidung wünschen. Dass das Land NÖ zuvor nochmals die Wirtschaftlichkeit des Projekts prüft, sei aber verständlich.

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