Erstellt am 27. Februar 2016, 05:04

von Bernhard U. Wieser

„Sind froh, hier zu sein“. Die irakische Flüchtlingsfamilie zeigte sich beim NÖN-Besuch im Pfarrhof sehr dankbar über die enorme Gastfreundschaft der Gemeindebürger Hausleitens.

Familienfoto mit Pfarrer: Andreas Guganeder mit Amal, Yusif, Ghezel, Nur, Salih und Besucher Omar (v.l.).  |  NOEN, Wieser
Mehr als herzlich wurde die NÖN von der Flüchtlingsfamilie in ihrer Wohnung im Pfarrhof empfangen. Es waren keinerlei Berührungsängste bemerkbar, weder von den beiden Erwachsenen Salih und Amal und schon gar nicht von den Kindern Yusif (sechs Monate), Nur (vier Jahre) und Ghezel (sechs Jahre).

„Hallo, ich heiße Amal.“ Bereits zur Begrüßung überraschte die dreifache Mutter Amal mit ersten Deutschkenntnissen. An einer Wand hängen zahlreiche Zettel mit deutschen Begriffen und Sätzen wie „Grüß Gott“, Auf Wiedersehen“ oder „Mein Name ist ...“. Pfarrer Gugender erklärt: „Sechsmal in der Woche kommt jemand, um unserer Familie Deutsch beizubringen. Alle sind leidenschaftlich dabei, unsere Sprache zu lernen. Die Freude am Unterricht ist bei allen zu sehen.“

Auch die beiden Mädchen präsentierten bereits stolz ihre Kenntnisse der deutschen Sprache, indem sie viele Farben richtig benennen konnten.

„Die Familie kam aus dem Irak großteils
zu Fuß nach Österreich, über das Meer nur
mit einem Schlauchboot.“
Andreas Guganeder, Pfarrer

Die größte Sprachkenntnis besitzt allerdings Mutter Amal, die mit zahlreichen deutschen Vokabeln und ganzen Sätzen glänzen konnte. Sogar das Zählen stellt für die 23-Jährige kein Problem dar. „Nur Vater Salih tut sich noch etwas schwer mit der Sprache, aber auch bei ihm sieht man, dass er gerne lernt“, so Guganeder.
Um ihre Freude auszudrücken, griff Amal dann doch auf die englische Sprache zurück und meinte sinngemäß: „Wir sind sehr froh, hier zu sein. Alle sind sehr nett zu uns und dafür sind wir sehr dankbar.“

Der Gemeindepfarrer konnte in persönlichen Gesprächen bereits einiges über die Familie herausfinden. Die Schilderungen lassen erahnen, was die Menschen bereits hinter sich haben: „Sie kamen über die Westbalkanroute vom Irak nach Österreich, großteils zu Fuß. Die Meerüberfahrt mussten sie im Schlauchboot überstehen.“

Familienvater Salih (30), der im Irak als Schneider gearbeitet hat, wird von Guganeder häufig mit diversen Tätigkeiten im Haus betraut. „Es ist auch für Salih gut, dass er sich nützlich machen kann, und man merkt, dass er uns gerne hilft.“

Derzeit hat die Familie Besuch, Guganeder erzählt: „Omar ist der Neffe von Salih und wohnt in einer Flüchtlingsunterkunft in der Steiermark. Er bleibt einige Tage hier. Für die Familie ist der Besuch von Verwandten enorm wichtig.“