Erstellt am 16. Oktober 2015, 05:02

von Markus Glück

Wenig Interesse an „König von Mallorca“. Stadt muss Schlager-Fest am Rathausplatz im Nachhinein mit zusätzlichen 18.800 Euro subventionieren.

Sänger Jürgen Drews konnte weniger Publikum als vom Veranstalter erwartet vor das Stockerauer Rathaus ziehen.  |  NOEN, Christian Sturm
Es war alles angerichtet für die Audienz des selbsternannten „Königs von Mallorca“ Jürgen Drews, doch alleine die Menschen wollten ihn nicht sehen. Beim Mega-Open-Air vor dem Stockerauer Rathaus wurden tausende Fans von Drews und den „Jungen Zillertalern“ erwartet, die Abrechnung zeigt aber, dass es nur einen Bruchteil davon vor das Rathaus zog.

Da die Kosten für das Open-Air-Fest von 10.000 auf knapp über 28.000 Euro gestiegen waren, musste der Gemeinderat einen Nachtragsvoranschlag beschließen. „Man müsste auch die Kosten erwähnen, die der Gemeinde entstanden sind“, gibt VP-Gemeinderat Gerhard Dummer zu bedenken.

„Normalerweise ist die Kombination von Schlager
und einem Stargast ein Garant für
ausverkaufte Konzerte.“
Mark Hofbauer, Organisator

Da das Event finanziell deutlich hinter den Erwartungen geblieben ist, stellt Dummer die Frage, ob es im nächsten Jahr überhaupt eine Fortsetzung geben sollte. Auch SP-Stadtchef Helmut Laab gibt zu, dass sich der Erfolg nicht eingestellt hat: „Die Frage ist offen, ob die Veranstaltung weiter durchgeführt werden soll.“ Das Stadtoberhaupt erklärt aber auch, dass solche Events am Rathausplatz sehr aufwendig seien. „Vonseiten der Wirtschaft hat es auch Einsprüche gegeben“, so Laab.

Auf NÖN-Anfrage betont Veranstalter Mark Hofbauer, dass der Standortwechsel von der Alten Au auf dem Rathausplatz gemeinsam beschlossen wurde. „Es gab diesen Wunsch vonseiten der Wirtschaft, um das Stadtzentrum mehr zu beleben“, erklärt Hofbauer, der das Event zum vierten Mal organisiert hat. Zerknirscht gibt er aber auch zu, dass die Programmauswahl für dieses Festival leider nicht optimal war. „

Positives Ergebnis über vier Jahre 

Als Agentur wollen wir aktuellen Trends Rechnung tragen“, gibt Hofbauer Einblick in seine Überlegungen, „normalerweise ist die Kombination Volksmusik bzw. Schlager mit einem internationalen Stargast zu 90 Prozent ein Garant für ausverkaufte Konzerte.“

Warum es in Stockerau anders war, kann Hofbauer vier Monate nach dem Event noch immer nicht beantworten. Auch wenn in diesem Jahr ein Verlust gemacht wurde, ist es ihm wichtig zu betonen, dass über die ganzen Jahre ein Gewinn von mehr als 8.600 Euro mit der Veranstaltungsreihe gemacht wurde. „Und das trotz des schlechten Ergebnisses von 2015“, so Hofbauer, „ein positives Ergebnis über vier Jahre und der Entfall der Agenturbezahlung gibt es sicher bei keinem anderen Projekt in Stockerau.“