Erstellt am 23. März 2016, 14:29

von Veronika Löwenstein

Sport-BH rammte sich in Mountainbikerin!. Mountainbikerin spürte plötzlich stechenden Schmerz in der Brust. Ursache war der Metallbügel ihres Büstenhalters.

Ilse Pöllmann vermutete im ersten Augenblick einen Herzanfall.  |  NOEN, privat
Ein Mountainbike-Ausflug endete für Ilse Pöllmann und ihren Trainingspartner Michael Bübl, Schlossermeister aus Ernstbrunn, mit einem Schock. Der Metallbügel des Sportbüstenhalters hatte sich in das Brustbein der Bikerin gebohrt. „Der Stift hätte sich ohne Mühe durch die Rippen ins Herz bohren können“, ist Bübl überzeugt.



Die Mountainbike-Tour der beiden Freunde nahm ein jähes Ende, als Pöllmann plötzlich über einen stechenden Schmerz im Brustbereich klagte. „Aufgrund der extremen Anstrengung befürchteten wir erst einen Herzanfall“, erinnert sich der Ernstbrunner an die Schrecksekunden.

Schließlich offenbarte sich der Bügel des BHs als wahre Ursache. „Aus dem Sportbüstenhalter ragte ein zehn Zentimeter langer und sehr fester Draht aus harten Federstahl“, beschreibt Bübl.

Für den Schlossermeister ist unverständlich, wie so etwas überhaupt passieren kann. „Schwere Verletzungen sind schon beim kleinsten „Stupserl“ möglich“, gibt er zu denken, „dass dieses Kleidungsstück lebensgefährlich ist, das kann man ja nicht wissen. Kann man da kein sicheres und unverletzendes Material nehmen?“, stellt er sich die Frage. Als Schlossermeister kenne er so harten Stahl nur aus seiner Werkstätte.

x  |  NOEN, privat


Da der Büstenhalter der Marke Crane von Hofer verkauft wurde, konfrontierte die NÖN den Diskonter mit den Vorwürfen. Dort bestätigt man, dass es sich bei dem Modell um einen Sport-BH der Eigenmarkte „Crane Sports“ handelt.

Bei dem konkreten BH handle es sich um ein Modell aus dem Jahr 2006. „Grundsätzlich werden viele BHs und auch immer mehr Sport-BHs mit Bügel verkauft“, betont man bei Hofer, „die Bügel werden dabei mit einem speziellen Schutz an den Enden versehen, um Verletzungen zu vermeiden.“

Im vorliegenden Fall geht man bei Hofer von einer Materialermüdung aus, „was nach zehn Jahren und starkem Gebrauch durchaus passieren kann. Das Material und die Nähte werden nach so langer Zeit dünner; die Wahrscheinlichkeit, dass der Bügel sich durcharbeitet, wird dadurch größer“.