Erstellt am 15. Januar 2016, 05:03

von Veronika Löwenstein

Stadtmusik: Weichen wurden neu gestellt. Der Klangkörper will mit Unterstützung der Gemeinde und Zusammenarbeit mit der Musikschule in eine neue Zukunft starten.

Der neue Stadtmusik-Vorstand: Kapellmeister Erich Steinkogler, Obmann-Stellvertreterin Christine Rieck, Obmann Erwin Gollobich, Kassierin Sonja Kulnik sowie Musikschuldirektor Adolf Vasicek und Musikschullehrer Peter Vasicek (v.l.).  |  NOEN, privat

Nach der Krise in der Stadtmusik Korneuburg – wie berichtet war fast der gesamte Vorstand zurückgetreten – wurden letzte Woche die Weichen neu gestellt. Ein neuer Vorstand mit Erwin Gollobich als Obmann wurde gewählt, Erich Steinkogler bleibt Kapellmeister. Die Zukunft des erst 2014 gegründeten Klangkörpers ist damit fürs Erste gesichert.

Entzündet hatte sich der Streit an der Ablöse des Kapellmeisters. Der ehemalige Obmann Konrad Bauer hatte Steinkogler eine Woche nach dem Herbstkonzert von dem „Vorstandsbeschluss“ unterrichtet. „Dabei gab es nie eine Sitzung“, schüttelt Steinkogler den Kopf. Die Musiker hätten erst bei der Probe von der Entscheidung erfahren. „Sie sind dann geschlossen aufgestanden und nach Hause gegangen“, erzählt Steinkogler.

„Es war die Art und Weise, die sie gestört hatte.“ Bauer begründete die Ablöse des Kapellmeisters mit unterschiedlichen Ansichten in musikalischen und finanziellen Fragen. Die Situation eskalierte bei der Generalversammlung kurz vor Weihnachten. Ein Abhalten der Sitzung sei aufgrund von „Störaktionen“ nicht möglich gewesen, erklärte Bauer, warum schließlich der Vorstand – mit einer Ausnahme – geschlossen das Handtuch warf.

Zusammenarbeit mit Musikschule fixiert

Jetzt will man die Vergangenheit hinter sich lassen und sich auf die Zukunft konzentrieren. „Das Schlimmste ist, dass wir drei Monate nicht proben konnten“, bedauert Steinkogler, „ich bin angetreten, um einen Klangkörper zu formen.“ Ein Ergebnis der Neuaufstellung ist auch die fixe Zusammenarbeit mit der Musikschule Korneuburg. Man sei sich der Unterstützung von Stadtgemeinde, Blasmusikverband und Musikschule sicher, lässt der Kapellmeister wissen.

Auch VP-Kulturstadtrat Andreas Minnich zeigt sich im NÖN-Gespräch heilfroh, dass der Weiterbestand gesichert ist. „Die Wahl des Vorstands war eine sehr eindeutige Angelegenheit“, betont Minnich. Er habe bei der Sitzung einen sehr positiven Eindruck gewonnen. „Wir werden den Verein auch weiter fördern“, kündigt er an.

Bis auf die fünf zurückgetretenen Vorstandsmitglieder machen alle Musiker weiter. Neuzugänge sind jederzeit willkommen und können sich bei Erich Steinkogler melden (Tel. 0676/ 4018713). Die NÖN-Umfrage, ob die Stadt eine eigene Blasmusikkapelle braucht, fiel eindeutig aus: 64 Prozent sprachen sich für eine Stadtmusik aus, 36 Prozent dagegen.