Erstellt am 23. September 2015, 05:52

von Veronika Löwenstein

Stadtzeitung: FPÖ ortet Zensur. Weil die Stellungnahme der FPÖ stark gekürzt wurde, überlegen die Korneuburger Freiheitlichen den Ausstieg aus „4 für Korneuburg“.

FP-Gemeinderat Panek ist laut eigener Aussage wegen der Stadtzeitung »sehr verschnupft«. Foto: NÖN  |  NOEN, NÖN

Am Thema Flüchtlinge entzündete sich letzte Woche ein Disput zwischen ÖVP und ihrem einstigen Kooperationspartner FPÖ. Auslöser war die Korneuburger Stadtzeitung, in der jede Partei ihre Meinung zur Unterbringung von Flüchtlingen in der Stadt kundtun durfte.

„Offenbar will man Unangenehmes nicht schreiben“

Da der Text der FPÖ radikal gekürzt wurde, ortet FP-Gemeinderat Andreas Panek „Zensur“. Parteikollege Johann Pirgmayer legt noch ein Schäuferl nach und fragt: „Wurde die Zensur der FPÖ-Stellungnahme von oberster Stadtführung angeordnet?“

Vor allem, dass die SPÖ ihre Meinung in 22 Zeilen vertreten durfte, der FPÖ aber nur sieben Zeilen zugesprochen wurden, erzürnt die Freiheitlichen. „Offenbar will man Unangenehmes nicht schreiben“, mutmaßt Panek.

Die ÖVP spricht von einem „Missverständnis“

Konkret vermisst die FPÖ den Satz „In gewohnt vorauseilendem Gehorsam hat die ÖVP/SPÖ/Grüne-Stadtregierung Korneuburgs von sich aus, gegen die Stimmen der FPÖ, die Aufnahme von ca. 200 bis 300 Asylanten beschlossen. Bei dieser Anzahl wird es jedoch nicht bleiben. Das ist erst der Anfang...“

Die Kritik, dass man diese Passage bewusst verschweigen wollte, weist der zuständige VP-Stadtrat Peter Madlberger zurück. Vielmehr handle es sich um ein technisches Versehen bzw. ein Missverständnis bei der Kommunikation mit der Druckerei, die das Layout macht, bedauert er.

„Eigentlich sollte nur eine Zeile gekürzt werden, geworden ist es aber mehr“, erläutert er und wirbt um Verständnis: „Die Stadtzeitung entsteht unter Zeitdruck.“

Für die FPÖ ist die Streichung Grund genug, die Zusammenarbeit in Form des Modells „4 für Korneuburg“ neu zu überdenken. Panek: „Wir überlegen, ob wir das canceln.“ Generell wirft er der ÖVP beim Flüchtlingsthema „mangelnde Information“ vor.