Erstellt am 19. Mai 2016, 03:44

von Josef Christelli

Sternwarte: Verein ist endlich am Ziel. Es war ein langer Weg für den Verein Keltenberg-Sternwarte, doch nun ist alles unter Dach und Fach: Nahe Au wird als neue Attraktion eine Sternwarte entstehen.

Die Sternwarte in den Leiserbergen wird Realität. Günter Gruber, Wolfgang Wiesinger und Horst Gangl präsentierten das Projekt. Foto: Christelli  |  NOEN, Christelli
Nun ist es endlich soweit: Das Weinviertel bekommt eine Sternwarte. Der Verein Keltenberg-Sternwarte beginnt demnächst mit dem Bau. Er hat nach langer Suche ein Stück Land in der Katastralgemeinde Au gekauft.

Der sechste Standort ist für die Sterngucker des Vereins auch bindend. Zuerst war Oberleis, dann Enzersdorf im Thale, Altenmarkt, Klement und Großmugl im Gespräch. Überall gab es Einwände; entweder passte das Licht nicht oder es war keine Bewilligung zu bekommen.

Alle Behördenwege sind positiv abgeschlossen

„Bürgermeister Horst Gangl hat uns voll unterstützt, sonst hätten wir das nie geschafft“, so Vereinsobmann Wolfgang Wiesinger, der vergangene Woche endlich sagen konnte: „Es heißt nicht mehr, es soll gebaut werden, sondern es wird gebaut.“

Alle Behördenwege sind positiv abgeschlossen, die Umwidmung auf „Bauland-Sondergebiet Sternwarte“ ist durch. Auch das Land Niederösterreich hat für das Projekt eine Förderung zugesagt. Das Gesamtprojekt wird rund 50.000 Euro kosten, die Finanzierung ist gesichert.

An dem Standplatz am Jakobsweg und am Wanderweg zum Buschberg wird eine Rolldachhütte errichtet. Das Gebäude wird an die Natur angepasst, es soll also keine große Kuppel entstehen. Die Beobachtungsstation wird die erste und einzige Sternwarte im Weinviertel sein. Der Verein „Keltenberg-Sternwarte“ wird auch voraussichtlich auf „Leiserberge-Sternwarte“ umbenannt.

Das ist auch deshalb naheliegend, weil das Vereinslokal im Gasthaus Hösch in Klement liegt, wo jeden letzten Donnerstag im Monat der Vereinsabend abgehalten wird. 30 bis 40 Mitglieder zählt der Verein, oft sind auch noch Leute von befreundeten Gruppen dabei.

„Das war das schon lange mein Ziel. Nun wird
in den Leiser Bergen eine Sternwarte realisiert.“
Horst Gangl, Bürgermeister und REV-Funktionär


Für Regionsobmann-Stellvertreter Horst Gangl ist ein Ziel erreicht: „Nachdem die Astronomie zu den ältesten Wissenschaften der Menschheit zählt und bereits in allen Landesvierteln außer im Weinviertel Sternwarten situiert sind, war das schon lange mein Ziel. Nun wird in den Leiser Bergen eine Sternwarte für unsere Bevölkerung und die Naturparkgäste realisiert“, freut er sich über die neue Attraktion.

Die Sternwarte und der Verein sollen einen Mehrwert für die Gemeinde bedeuten: „Es ist geplant, dass monatliche astronomische Meetings und periodische Sternenabende zu astronomischen Themen angeboten werden, aber auch, dass unsere Bildungseinrichtungen eingebunden werden“, so Gangl, der das ewige Scheitern des Projekts in anderen Gemeinden auch stets verfolgt hat.

Der Verein freut sich über Besucher und will nicht von allem abgeschottet nur in den Himmel schauen: „Es geht ja auch der Wanderweg und der Jakobsweg direkt bei uns vorbei. Besucher sind uns immer willkommen, und für Schulklassen planen wir auch ein Angebot“, verspricht Wiesinger im NÖN-Gespräch.