Erstellt am 19. Mai 2016, 04:24

von Michaela Höberth

Stiegen hinderten an Wahl. Barrierefreiheit | Das Wahllokal im Keller des Gemeindeamts zu erreichen, traute sich der frühere SP-Obmann Franz Salomon nicht zu. Für die SPÖ ist klar: Es braucht endlich Lösungen.

Das Wahllokal liegt im Keller des Gemeindeamts. »Auch mir war nicht klar, für wie viele Leute das ein Hindernis ist«, so SP-Obfrau Helga Ronge. Foto: Höberth  |  NOEN, Höberth
Das Leben des früheren SP-Obmanns Franz Salomon ist untrennbar mit der Politik verbunden. Von 1975 bis 1985 leitete er die Geschicke der Partei. Persönlich wählen zu gehen, war für ihn immer unverzichtbar: „Weil viele Menschen um das demokratische Recht kämpfen müssen und ich habe es.“

Bei der Bundespräsidentenwahl im April hat er jedoch erstmals auf den Wahlgang verzichtet. Aber nicht etwa aus politischen Gründen, sondern weil die Stiegen zum Wahllokal im Keller des Gemeindeamts für ihn zum unüberwindbaren Hindernis wurden.

„Bis auf eine Glocke ist bisher nicht viel passiert“

„Ich war mir bisher auch nicht bewusst, wie viele Leute auf Krücken gehen oder einen Rollator benötigen“, öffnete die letzte Abstimmung auch SP-Obfrau Helga Ronge die Augen.

Das Thema Barrierefreiheit steht schon lange auf ihrer Agenda, nun will sie es erneut vorantreiben. Immerhin fand die letzte Sitzung des zuständigen Ausschusses bereits im letzten Herbst statt.

„Bisher ist bis auf eine Glocke im Gemeindeamt nicht viel passiert, und das alleine ist noch keine Lösung“, will Ronge endlich Fortschritt sehen. Für sie ist es höchste Zeit, konkrete Angebote einzuholen. „Die Gemeinde soll sich nicht finanziell verausgaben. Ein Treppenlift wäre die günstigste Lösung“, hat sie sich bereits schlau gemacht.

„Helga Ronge ist in beiden relevanten
Ausschüssen vertreten. Sie ist genauso
gefordert wie wir.“
Josef Schiel, VP-Bürgermeister


Der Nachdruck der SPÖ stößt VP-Bürgermeister Josef Schiel sauer auf: „Ronge ist in beiden relevanten Ausschüssen – bauliche Maßnahmen und Soziales – vertreten. Sie ist genauso gefordert wie wir“, macht er klar.

Ihm seien bisher keine Beschwerden über die Erreichbarkeit des Wahllokals zu Ohren gekommen, schon gar nicht, da ja auch die Möglichkeit der Wahlkarte besteht. Dennoch werde konsequent an Lösungen für die öffentlichen Gebäude gearbeitet.

Bestes Beispiel sei die Rampe für die Sporthalle, für die man bereits Kostenvoranschläge eingeholt hätte. Schiel mahnt die SPÖ zu mehr Geduld: „Der Ausschuss ist damit beauftragt und wird auch Ergebnisse liefern.“

Untätigkeit will sich Ronge nicht nachsagen lassen: „Wir als Opposition zeigen auf, aber umsetzen kann nur die ÖVP. Die Verantwortung liegt hier ganz klar bei der führenden Partei.“