Erstellt am 30. Oktober 2015, 05:42

von Michaela Höberth

"Stilles Örtchen" erhitzt die Gemüter. Die SPÖ bringt das heikle Thema erneut aufs Tapet: Braucht der Pappelspitz wirklich eine eigene WC-Anlage?

 |  NOEN, Erwin Wodicka

Auch wenn der Pappelspitz ein gutes Stück außerhalb der Ortschaft liegt, wird er regelmäßig zum Mittelpunkt der Gemeinde: Seit der Entstehung des Veranstaltungsplatzes im Jahre 2008 werden dort große und kleine Feste gefeiert, vom Oldtimertreffen bis hin zu privaten Veranstaltungen. Wie es sich für eine Weinbaugemeinde gehört, gibt es dort dann gut zu Essen und zu Trinken. Nur ein „stilles Örtchen“, das sucht man vergeblich.

Viele Vorteile durch fixe Toilette

„Es sollte hier unbedingt eine fixe Toilette geben, die Anschlüsse wären sogar schon vorhanden“, greift SP-Obfrau Helga Ronge das Thema auf. Sie ist sicher: „Dann würde der Pappelspitz noch mehr genützt werden.“ Bisher müssen nämlich bei Veranstaltungen mobile Toiletten angekarrt werden, was vor allem für kleinere Feste mühsam sei. „Bei großen Feiern müsste man zwar nach wie vor mit Mobilklos nachrüsten, aber die Gäste müssten so nicht mehr zu den umliegenden Heurigenwirten oder gar ins Gebüsch ausweichen“, argumentiert die SP-Obfrau.

Eine Variante, die auch Dorferneuerungs-Obmann Manfred Taudes zusagt: „Die SPÖ hat aufgegriffen, was von uns seit Anbeginn gewünscht wird.“ Er hofft auf eine dauerhafte „Schmalspurvariante“, die für kleine Feste ausreicht. Für große Veranstaltungen würden ohnehin gesetzliche Auflagen gelten, die jedoch mithilfe der umliegenden Heurigenwirte erfüllt werden könnten.

Bei diesen scheidet das Thema jedoch die Geister: „Wie komme ich dazu, dass unser WC einfach mitbenützt wird? Es ist sehr mühsam, vor allem, wenn das Lokal ohnehin schon voll ist“, ist Eveline Eichberger über den Usus verärgert. Ganz anders sieht die Sache Elisabeth Hörmayer, die auch der Dorferneuerung angehört: „Ich habe kein Problem damit, das bringt mir ja auch Kunden“, findet sie.

„Wie komme ich dazu, dass unser WC mitbenützt wird? Es ist mühsam, vor allem, wenn das Lokal voll ist.“ Eveline Eichberger, Heurigenwirtin

Für VP-Bürgermeister Josef Schiel ist die Erhaltung ein Knackpunkt. „Eine öffentliche Anlage muss gereinigt werden, dafür braucht man Gemeindepersonal“, ist es für ihn allein mit der Errichtung nicht getan. Zudem müsse auch der Zugang geregelt werden. „Letzten Endes muss die Sache aber in den Gemeinderat. Wenn sich eine Mehrheit findet, ist es okay.“

FPÖ-Gemeinderat Hannes Pressler warnt auch vor Vandalismus. „Wie lange wird es dauern, bis etwas kaputt gemacht wird?“, fragt er sich.