Stockerau

Erstellt am 18. August 2016, 05:00

von Markus Glück

15-Minuten-Takt nach Wien: Gemeinsam Druck erhöht. Eine Resolution aller fünf Fraktionen soll Forderung nach 15-Minuten-Takt nach Wien Ausdruck verleihen. Grüne wünschen sich auch bessere Anbindung an St. Pölten.

Eine gemeinsame Resolution aller Fraktionen im Stockerauer Gemeinderat soll dabei helfen, einen 15-Minuten-Takt von der Lenaustadt in die Bundeshauptstadt Wien umzusetzen.  |  Sturm

Im Zuge der Diskussionen um einen 15-Minuten-Takt von Wien nach Korneuburg erneuert die Volkspartei Stockerau ihre Forderung, diesen Takt bis nach Stockerau zu etablieren. „Bekommen wir diesen Takt nicht, gelangen wir ins Hintertreffen gegenüber von Korneuburg. Wir müssen hier am Ball bleiben“, so VP-Gemeinderat Gregor Hetzendorfer, der selbst Zug-Pendler ist.

"Druck auf zuständige Stellen erhöhen"

Er fordert SP-Bürgermeister Helmut Laab auf, den Druck auf die zuständigen Stellen zu erhöhen. Dieser betonte in der letzten Gemeinderatssitzung, dass er sich bereits seit Monaten für den 15-Minuten-Takt einsetze. Laab: „Da hätte man aber mit mir persönlich reden können und es mir nicht via NÖN ausrichten lassen müssen.“ Eine Aussage, die VP-Gemeinderat Martin Falb nicht unkommentiert lassen möchte: „Wenn ich an die Zeitung gehe und es dann für die Öffentlichkeit sichtbar ist, passiert etwas in der Stadt, sonst leider nicht.“

Laut dem Stadtoberhaupt habe die ÖBB ein Angebot bezüglich eines 15-Minuten-Taktes von Wien nach Stockerau an den Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) abgegeben, jetzt sei der VOR an der Reihe. „Wenn ich mehr weiß, werde ich die NÖN informieren, damit wir nicht auf die nächste Sitzung warten müssen“, merkt Laab in Richtung ÖVP süffisant an.

„Wenn ich an die Zeitung gehe und es dann für die Öffentlichkeit sichtbar ist, passiert etwas in der Stadt, sonst leider nicht.“

Martin Falb, VP-Gemeinderat

Vonseiten der FPÖ gibt FP-Gemeinderat Wolfgang Mayer zu bedenken, dass die Forderung nach einem 15-Minuten-Takt für den ganzen Tag nicht zielführend sei. „Wichtig ist, dass wir eine Lösung zu den Stoßzeiten haben“, so Mayer. Um eine gemeinsame Linie zu haben, entschloss sich der Gemeinderat, eine Resolution zu stellen, in der die Wichtigkeit eines verkürzten Taktes zum Ausdruck gebracht wurde.

Mayer (FPÖ): "Lösung zu den Stoßzeiten"

Den Grünen geht die Verdichtung Richtung Wien nicht weit genug, sie wünschen sich auch eine verbesserte Anbindung an den Bahnhof Tullnerfeld und damit an die Landeshauptstadt St. Pölten. „Die Verbindung nach St. Pölten ist wichtig, es gibt viele Stockerauer, die etwa bei der Landesregierung arbeiten“, so Grünen-Gemeinderat Didi Pfeiler.

Vonseiten des VOR heißt es zur Thematik, dass eine Taktverdichtung noch nicht fix sei. „Natürlich können wir aber den Wunsch der Stockerauer nach einer Taktverdichtung nachvollziehen“, erklärt VOR-Pressesprecher Georg Huemer. Zugleich betont er aber auch, dass es bereits heute zu den Hauptverkehrszeiten ein sehr dichtes Angebot zwischen Wien und Stockerau gebe.

Bei der neuen S-Bahn-Verbindung S4 von Stockerau zum Bahnhof Tullnerfeld ist man beim VOR glücklich, dass das Angebot so gut angenommen wird. Huemer: „Von der Fahrgastfrequenz her ist allerdings aus heutiger Sicht fraglich, ob eine Verdichtung umgesetzt werden kann.“