Stockerau

Erstellt am 22. April 2017, 05:00

von Dieter Rathauscher

Carsharing-Projekt: Wo bleiben Betriebe?. Private und Firmen sollen sich bei einem ÖBB-Projekt ein E-Auto teilen, doch bis jetzt meldeten sich keine Unternehmer.

Während die Pendler in der Arbeit sind, stehen den Betrieben die E-Autos am Stockerauer Bahnhof zur Verfügung. Nun braucht es jedoch Firmen, die mitziehen.  |  Sturm

Die ÖBB arbeitet mit Großmugl und Stockerau an einem neuartigen Mobilitätsprojekt (die NÖN berichtete). Die Eckpunkte des Vorhabens: Die ÖBB kauft Elektroautos und vermietet diese an Bewohner von Großmugl, die damit zum Bahnhof in Stockerau pendeln, dort das Auto an einer E-Tankstelle abstellen und mit der Bahn zu ihrer Arbeitsstelle fahren.

Damit die Autos aber während des Tages nicht ungenutzt bleiben, sollen Stockerauer Betriebe mit eingebunden werden: Sie sollen – ebenfalls auf Mietbasis – das Auto vom Bahnhof abholen und dieses den Tag über von 8 bis 16.30 Uhr für Fahrten nutzen. Danach wird das Gefährt wieder am Bahnhof abgestellt, wo es wiederum von dem Pendler aus Großmugl für seine Heimfahrt übernommen wird. Die anfallende Miete wird dabei zu einem Drittel für die Pendler und zu zwei für den jeweiligen Betrieb aufgeteilt. Die Wahl fiel deshalb auf Großmugl, weil es dort an die 150 Auspendler gibt. Stockerau hingegen bietet mit seinem Parkhaus alle Voraussetzungen für die Idee.

„Wir geben uns bisEnde Juni Zeit, um Teilnehmer in Stockerau zu finden. Wir würden das Projekt auch mit nur einem Betrieb starten.“Christoper Seif, ÖBB

In der Stadtzeitung von März wurde das Projekt den Stockerauern vorgestellt, verbunden mit einem Aufruf an die Stockerauer Betriebe, sich dafür zu melden. Während es in Großmugl schon einige Kandidaten für das Projekt gibt, hat sich bis jetzt aber kein Teilnehmer aus Stockerau gefunden.

Auf NÖN-Nachfrage zeigten sich auch die Oppositionsparteien und vor allem die Wirtschaftstreibenden von dem Vorhaben überrascht: Dietmar Pfeiler (Die Grünen) und Martin Fischer (NEOS) bedauern unisono, dass dieses Projekt bis jetzt weder im Gemeinderat noch im Verkehrsausschuss vorgestellt wurde. Peter Hopfeld (Stadtrat der ÖVP und Wirtschaftskammer-Bezirksobmann) hat ebenfalls noch nie etwas darüber gehört, und auch Alexandra Schmidt von der Wisto wurde nicht informiert.

Bereits erfolgreiche Pilotprojekte

Die ÖBB übt sich noch in Geduld. Pressesprecher Christopher Seif gegenüber der NÖN: „Wir geben uns bis Ende Juni Zeit, um Teilnehmer in Stockerau zu finden. Wir würden das Projekt auch mit nur einem Betrieb starten“, stellt er in Aussicht. Das Konzept wurde an den Standorten Leibnitz in der Steiermark und Edlitz-Grimmenstein in Niederösterreich jedenfalls bereits erfolgreich pilotiert.

Nach einer Besprechung mit den Partnern werden nun weitere Schritte gesetzt: Die beiden Bürgermeister Karl Lehner (Großmugl) und Helmut Laab (Stockerau) werden gezielt die Betriebe in Stockerau kontaktieren und für das Projekt werben. Laab will auch die Wirtschaftskammer einbinden.