Stockerau

Erstellt am 02. Juli 2016, 05:00

von Jutta Hahslinger

Elektro-Schnäppchen war nur Mehl-Paket. Beteuerter Notverkauf von Laptop und Handy eines gestrandeten Italieners entpuppte sich als Betrug: Kunden Mehl angedreht.

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Mit Taschen voller Mehl tourte der Italiener Luigi A. (50) durch die Lande. In St. Pölten und Stockerau fielen Leute auf seine Mitleidsmasche und die beteuerten Notverkäufe „Handy oder Laptop, bitte kaufen. Ich habe kein Geld und ich muss nach Hause zu meiner Familie“ herein.

Kaum hatte A. das Geld für ein angepriesenes Elektro-Gerät in der Hand, suchte er eilig das Weite. Zurück blieben Käufer mit prall gefüllten Taschen, die eine böse Überraschung erwartete: Hatten die Schnäppchenjäger erst einmal den verklebten Reißverschluss an der Tasche – der dem Gauner einen Vorsprung garantierte – überwunden, fand sich lediglich ein Päckchen Mehl.

1.300 Euro für "Handy und Laptop"

In Stockerau will der Italiener in einem Ex-Pizzabetreiber (28) ein kaufwilliges Opfer gefunden und 1.300 Euro für ein Handy und einen Laptop kassiert haben. Das vermeintliche Betrugsopfer hingegen erklärte, es sei nicht über den Tisch gezogen, sondern beraubt worden. Es verwickelte sich vor Gericht aber in Widersprüche und es trat der seltene Moment ein, dass Anklägerin Gudrun Bischof dem Angeklagten mehr glaubte als dem beteuerten Raubopfer.

„Er ist verrückt oder er geniert sich, dass er auf mich reingefallen ist. Es wurde doch eine Tasche mit Mehl bei seinem Geschäft gefunden“, erklärte der Italiener in Richtung Zeuge. Schlussendlich wurde A. vom Raubvorwurf freigesprochen. Für die eingestandenen Betrügereien setzte es 18 Monate Gefängnis. Nicht rechtskräftig.