Stockerau

Erstellt am 12. April 2017, 04:00

von Michaela Höberth

Gasthof bleibt bestehen: „Wir machen weiter!“. Die Familie Karl wehrt sich gegen das Gerede: Ihr Gasthof „Zum schwarzen Elefanten“ wird nicht geschlossen.

Hereinspaziert! Angela und Josef Karl lieben ihren Gasthof – undhaben keinesfalls vor, ihren Betrieb zu schließen.  |  Höberth

Anfangs nahm das Wirtepaar Karl es noch mit Humor: Seit Oktober hält sich das Gerücht, dass die Familie ihren Gasthof „Zum schwarzen Elefanten“ schließen muss. „Immer wieder wurden wir darauf angesprochen“, erzählt Angela Karl. Und sie reagierte mit einem Lächeln: „Wir schließen wirklich, jeden Tag zweimal!“

Haarsträubende Geschichten

Zwischenzeitlich ist der Familie das Lachen aber vergangen: Haarsträubende Geschichten wurden verbreitet, die in keinster Weise der Wahrheit entsprechen. „Uns wurde zugetragen, dass wir angeblich das Gasthaus aufgeben müssen, da das Anwesen verkauft werden soll“, erzählt Karl. Ein Wohnbau soll stattdessen auf dem Gelände entstehen. „Das Gebäude gehört uns, es ist seit 1860 im Fami-lienbesitz“, stellt Karl klar.

„Die Gerüchte um unser Aus haben uns mehr Propaganda als Schaden gebracht. Man muss es eben mit Humor nehmen!“Angela Karl, Gastwirtin

Das Fass zum Überlaufen brachte für sie jedoch die Erzählung, dass ihr Mann Josef an Krebs erkrankt sei und den Gasthof daher aufgeben müsse. „Das geht jetzt schon bis ins Privatleben“, wollte sich Karl die Gerüchte nicht länger gefallen lassen. Sie machte auf ihrer Facebook-Seite ganz klar: Den „Schwarzen Elefanten“ wird es noch lange geben. „Wenn man uns lässt, machen wir gerne weiter!“, verkündete sie.

Der Post wurde oft geteilt und die Karls hoffen, die Gerüchte damit ausgeräumt zu haben. Mittlerweile können sie über den Klatsch und Tratsch auch wieder schmunzeln: „Es hat uns mehr Propaganda als Schaden gebracht“, ist man froh.

157 Jahre im Familienbetrieb

157 Jahre ist der Gasthof nun schon im Familienbetrieb, „das 160. machen wir auf jeden Fall voll! So alt sind wir auch wieder nicht!“, lacht Karl. Immerhin hat man wieder vier Ferialpraktikanten aufgenommen, die sich in dem Betrieb ausbilden lassen.