Stockerau

Erstellt am 03. August 2016, 05:00

von Markus Glück

Körner-Platz droht Baustopp. Weiter keine Ruhe um den Ernst-Körner-Platz: Wie von der NÖN berichtet, soll die bisherige Spielfläche in Bauland umgewidmet werden, um dort zumindest sechs Einfamilienhäuser zu errichten. Nachdem das Land Niederösterreich die Rechtmäßigkeit der Umwidmung der beliebten Freizeitfläche in Stockerau bestätigt hat, meldet sich abermals die Bürgerinitiative Körner-Platzzu Wort.

Ernst Schneider und Claudia Zeinlinger von der Bürgerinitiative zeigen die Stelle, wo der Müll gelagert sein soll.   |  Markus Glück

„Leider wurde bei der Umwidmung nicht berücksichtigt, dass eine Mülldeponie aus den 1950er-Jahren den Boden kontaminiert“, erklärt man in einer Presseaussendung.

"Probebohrungen an den falschen Stellen"

Probebohrungen im Juli 2015 seien laut einigen Anrainern an der falschen Stelle durchgeführt worden. Einer, der seit 1942 am Körner-Platz wohnt, kann das bestätigen. „Ich habe damals gesehen, wie am Rand gebohrt wurde. Ich bin sogar hin und habe ihnen erklärt, dass sie an der falschen Stelle bohren“, erklärt Ernst Schneider im NÖN-Gespräch.

Er weiß auch, dass man am Körner-Platz etwa um 1952 mit dem Schotterabbau begonnen hat. Nach vier Jahren Abbau startete Anfang der 1960er-Jahre die Füllung mit jeglichen Arten von Müll. SP-Bürgermeister Helmut Laab kontert den Vorwürfen: „Wir haben nicht an einem falschen Platz gebohrt.“

Fall beschäftigt Land NÖ und Umweltbundesamt

Wundern tut sich aber nicht nur der Stockerauer Stadtchef, sondern auch einige Bürger, die nach einem Bericht in einer Tageszeitung über eine Aussage des Stadtchefs den Kopf schütteln. Darin behauptet Laab, nichts von einer ehemaligen Mülldeponie zu wissen. Der Verdachtsfall muss Laab aber zumindest seit 2012 bekannt sein. Denn damals stellte er in einem NÖN-Bericht fest: „Sollten die Gerüchte stimmen, wäre es besser, die Umwidmung nicht zu machen.“

Schlimmster Fall wäre Rückwidmung und Baustopp

Mittlerweile beschäftigt der Fall wieder das Land NÖ und das Umweltbundesamt. „Eine Verdachtsflächenmeldung seitens des Landes ist derzeit in Vorbereitung. Wenn diese Meldung bei uns eintrifft, nehmen unsere Experten eine Erstabschätzung des Gefährdungspotenzials vor“, informiert Sabine Enzinger von der Pressestelle des Umweltbundesamts auf NÖN-Anfrage.

Erhärtet sich der Verdacht zahlreicher Zeitzeugen und der Bürgerinitiative, drohen im schlimmsten Fall die Rückwidmung des Körner-Platzes und ein Baustopp.

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