Erstellt am 25. November 2015, 05:53

Neuer Standort für Flüchtlinge. Mit Jänner ziehen 130 Kriegsflüchtlinge in das ehemalige Stockerauer Bezirksgericht.

Bezirksgericht in Stockerau  |  NOEN, Markus Glück
Seit dem Gemeinderatswahlkampf 2015 wurde das ehemalige Bezirksgericht immer wieder als Unterbringungsmöglichkeit für Flüchtlinge genannt. Ging man bis dato davon aus, dass sich das Gebäude nicht für eine derartige Nutzung eignet, ist die Sachlage seit letzter Woche anders. Nach der Überprüfung durch ein privates Unternehmen, die Firma SLC Eder, die auch in Korneuburg Flüchtlinge betreut, gab die Stadtgemeinde bekannt, dass mit Jänner 130 Kriegsflüchtlinge eine neue Heimat im alten Gericht finden werden.

Interessant ist die Entscheidung auch deshalb, weil noch vor wenigen Wochen der Samariterbund dem Gebäude eine Absage erteilte. „Nicht geeignet“, lautete damals das Urteil.

„Wir haben nicht interveniert. Es ist
aber kein Geheimnis, dass sich die
Bevölkerung Sorgen gemacht hat.“ 
Andrea Völkl, VP-Stadträtin

Laut Stockeraus SP-Bürgermeister Helmut Laab müssen bis zum Einzug der Flüchtlinge noch einige Adaptierungsmaßnahmen getroffen werden. „Wir müssen Sanitäranlagen schaffen. Dies wird wahrscheinlich in Containerform passieren“, erklärt Laab. Durch die Öffnung des Bezirksgerichts ist auch die Errichtung von zwei Holzhäusern für Flüchtlinge im Bereich der Milleniumshalle vom Tisch. „Mit den Containern und dem Bezirksgericht würden wir unsere Quote erfüllen“, berichtet der Stadtchef.

Ob die 80 Container mit etwa 150 Flüchtlingen im Bereich des Erholungszentrums aufgestellt werden, ist aber mehr als unsicher. Laut NÖN-Informationen gibt es beim Hallenbad Probleme mit der Stromzufuhr, da die Container eine große Menge an Energie benötigen und eine eigene Trafostation errichtet werden müsste.

Daneben gibt es auch Gerüchte, dass die ÖVP bei den zuständigen Stellen massiv gegen die Errichtung der Container aufgetreten sein soll. „Wir haben nicht interveniert. Es ist aber kein Geheimnis, dass sich die Bevölkerung Sorgen macht und wir daher einen anderen Container-Standort bevorzugen“, stellt VP-Stadträtin Andrea Völkl klar, dass sie sich als Standort auch die Milleniumshalle vorstellen kann.
 

Mehr dazu lesen Sie am Mittwoch in der Printausgabe der Korneuburger NÖN.