Erstellt am 21. Oktober 2015, 05:02

von Markus Glück

Wirbel um FP-Nominierung von Tristan Lind für KIG-Aufsichstrat. Kube legte Nominierung kurzfristig auf Eis.

Tristan Lind wird für die FPÖ in den Aufsichtsrat der KIG einziehen.  |  NOEN, privat

Obwohl die Oppositionsparteien bereits ihre KIG-Aufsichtsräte genannt haben, lassen sich die beiden Kooperationspartner SPÖ und FPÖ noch Zeit. Während die SPÖ ihren Kandidaten aus den Reihen der eigenen Mandatare nominieren wird, gab es bei der FPÖ gehörigen Wirbel um die Bestellung.

Wie die NÖN erfuhr, beschloss die FP-Fraktion, Tristan Lind zu nominieren. Lind, der mit seiner universitären Ausbildung und seiner beruflichen Tätigkeit im Bereich Gesellschaftsrecht ohne Zweifel ein Experte ist, gilt seit Gründung der KIG als großer Kritiker. Mit dem von den Grünen nominierten KIG-Aufsichtsrat Matthias Kubat verbindet Lind nicht nur eine gute Freundschaft, beide initiierten im Jahr 2007 auch einen offenen Brief mit Kritik an der KIG.

Bereits am 30. September wurde der Stadtgemeinde in einem Schreiben (siehe Faksimile) mitgeteilt, dass die FPÖ Tristan Lind nominiert. Danach soll es laut FP-Insidern zu ordentlich Geraschel zwischen SPÖ und FPÖ gekommen sein. So soll SP-Chef Helmut Laab mit der Entscheidung nicht glücklich gewesen sein und Kube die Nominierung daraufhin eingefroren haben.

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Nachgefragt bei FP-Bürgermeister-Stellvertreter Erwin Kube erklärte dieser vergangenen Mittwoch, dass die Nominierung auf Eis gelegt sei: „Das hat aber nichts mit der SPÖ zu tun. Ich warte noch auf ein Gespräch mit Lind. Die Letztenscheidung liegt bei mir.“ Die Gerüchte rund um eine Einflussnahme der SPÖ weist Kube scharf zurück: „Es gibt mit Laab ein gutes Einvernehmen. Ob er erfreut ist oder nicht, ist aber nicht meine Sache. Ich kann mich nicht um alles kümmern.“

Vom Einfrieren der Nominierung wusste auch Lind nichts. Dieser behauptete noch am Mittwoch: „Ich bin nominiert. Über einen Widerruf meiner Nominierung wurde ich nicht informiert.“

Laab: „Nehme bestimmt keinen Einfluss auf FP“

Einen Schmunzler kostet dem Stockerauer Stadtoberhaupt Helmut Laab das Gerücht: „Die Nominierung ist Sache der FPÖ. Ich nehme da bestimmt keinen Einfluss.“

Nach Bekanntwerden der NÖN-Recherche ging es bei der FPÖ dann schnell. Bereits am Mittwochabend fand ein Gespräch zwischen Kube und Lind statt und am Donnerstag vermeldete Kube, dass die Nominierung sozusagen aufgetaut sei: „Das Gespräch war sehr überzeugend. Ich habe Lind als unseren Kandidaten gemeldet.“