Erstellt am 04. November 2015, 05:57

von Markus Glück

Stockerauer FPÖ: "Wir sind doch keine Rechtsradikalen". Nach Parasiten-Sager anonyme Sachverhaltsdarstellung gegen Sabina Kracher eingebracht. Diese überlegt, Konsequenzen zu ziehen.

Sabina Kracher-Schramm  |  NOEN, Markus Glück

Kaum war der NÖN-Bericht über den Vergleich von Flüchtlingen mit Parasiten von FP-Fraktionsführerin Sabina Kracher erschienen, verschwand das umstrittene Posting von der Facebook-Seite der Stockerauer FPÖ.

„Wenn die Leute nicht verstehen, was wir meinen, und uns als Rechtsradikale bezeichnen, dann müssen wir es löschen“, argumentiert FP-Parteichef Wolfgang Mayer. Nachsatz Mayer: „Wir haben nichts mit Rechtsradikalismus zu tun. Es interessiert mich auch nicht, was vor 70 Jahren passiert ist. Ich denke in die Zukunft.“

Der FP-Chef bedauert auch, dass die Aussagen seiner Parteikollegin falsch ausgelegt worden sind: „Wir hätten auch von einer Heuschreckenplage sprechen können. Ich glaube aber, dass wir uns eine kulturelle Verschmelzung nicht leisten können.“

SP-Stadtchef Laab verurteilt die Aussage

Schockiert von den Aussagen zeigen sich die anderen Fraktionen. „Es ist doch typisch FPÖ, dass man etwas sagt und danach behauptet, man habe es nicht so gemeint“, schüttelt Grünen-Chef Andreas Straka den Kopf.

Kein Veständnis für Krachers Entgleisung hat auch VP-Chefin Andrea Völkl: „Ich würde mir mehr konstruktive Lösungsvorschläge statt Angstmacherei und verbaler Fehlgriffe auf Facebook wünschen.“ SP-Bürgermeister Helmut Laab verurteilt im NÖN-Gespräch die Aussagen ebenso: „Dafür muss Kracher die Verantwortung übernehmen.“

Indes könnte die Aussage auch ein strafrechtliches Nachspiel haben. Ein anonymer Anrufer gab bekannt, eine Sachverhaltsdarstellung bei der Staatsanwaltschaft Korneuburg gegen Sabina Kracher einbringen zu wollen.

Damit konfrontiert, zeigte sich Kracher geschockt: „Wenn es der mehrheitliche Wunsch ist, werde ich die Konsequenzen ziehen und zurücktreten.“