Erstellt am 18. September 2012, 00:00

Streit um Kompostanlage. Biomüllbeseitigung / Bewerbungen von Saubermacher und Anzböck für Kompostieranlage liegen vor. Opposition ist skeptisch, letztes Wort hat aber der Abfallwirtschaftsverband.

Von Michaela Höberth

HAUSLEITEN / Die letzte Gemeinderatssitzung machte es klar: Noch ist das Thema Kompostierungsanlage nicht gegessen. Ein Dringlichkeitsantrag der ÖVP, der Firma Saubermacher eine Option auf ein Grundstück zwischen Hausleiten und Gaisruck zu erteilen, sorgte für Unruhe. Bürgerlisten-Mandatar Karl Eder vermisst konkrete Informationen zu dem Vorhaben. ÖVP-Bürgermeister Otto Ruthner verteidigt das Vorgehen: „Als die Tagesordnung aufgesetzt wurde, wussten wir noch nicht, dass der Abfallwirtschaftsverband eine neue Ausschreibung für die Projekte fordert.“ Doch nicht nur das politische Vorgehen, sondern auch die Vorhaben selbst schieden die Geister. Die Firma Saubermacher plant, eine Kompostierungsanlage zwischen Hausleiten und Gaisruck zu errichten. Das Gegenprojekt geht von dem Landwirt Christian Anzböck aus Zissersdorf aus; er hat vor, einen Kompostplatz auf seinem Grundstück in Seitzersdorf-Wolfpassing aufzubauen: „Schon seit 2007 verhandle ich mit dem Abfallwirtschaftsverband, bisher hat es mit meiner Anlage jedoch noch nicht geklappt.“ Sein Grundstück ist rund 750 Meter vom nächsten Haus entfernt, die Ortschaft selbst liegt etwa einen Kilometer weiter. „Ich gehe davon aus, dass die Auflagen so konzipiert wurden, dass die Anrainer nicht unter der Anlage leiden.“ Das verspricht auch die Firma Saubermacher, die eine überdachte Anlage vorgesehen hat. Sie hat rund 15 Standorte für ihr Projekt nach Kriterien wie Transportwege, Abstand zu den Anrainern, Untergrund oder Verkehrslage geprüft. „Ein kompliziertes Entlüftungssystem wird dafür sorgen, dass so gut wie keine Emissionen nach außen treten“, versichert der Leiter des Projekts, Wolfgang Hucek. Doch noch sehen die Oppositionsparteien für beide Projekte schwarz: Sie sprachen sich gegen den Antrag der ÖVP aus, die das Anliegen jedoch mit ihren Stimmen durchsetzen konnte. „Unser Gebiet ist für solche Anlagen nicht geeignet, es fehlt an der entsprechenden Verkehrsanbindung“, so SPÖ-Gemeinderat Leopold Gebetsberger.

Wo sich die Kompostieranlage befinden soll, darüber scheiden sich noch die Geister.Waldhäusl

Wo sich die Kompostieranlage befinden soll, darüber scheiden sich noch die Geister.Waldhäusl