Erstellt am 10. Dezember 2015, 05:33

von Markus Glück

Streit ums Brötchen. Bürgermeister Helmut Laab lädt erstmals nicht zu gemeinsamer Abschlussfeier. ÖVP sieht darin ein Armutszeugnis.

 |  NOEN, Wikimedia/16kiwi

Es hat eine gewisse weihnachtliche Tradition: Nach der letzten Gemeinderatssitzung des Jahres lassen die Mandatare das Jahr gemeinsam bei Getränken und Brötchen Revue passieren. In diesem Jahr wird es diese Tradition nicht geben, stellt SP-Stadtchef Helmut Laab vor der letzten Sitzung am 10. Dezember klar: „Mein Vorgänger Richentzky hat diese Tradition bei einem anderen Klima eingeführt. Beim derzeit vorherrschenden Ton sehe ich keine Notwendigkeit.“

Unterstützung erhält Laab dabei von FP-Bürgermeister-Stellvertreter Erwin Kube. „Ich finde es nicht schade, dass es diese Tradition heuer nicht gibt. Die Aktion ist mit der SPÖ abgesprochen.“

Kooperationspartner feiern gemeinsam

Der FP-Frontmann stellt auch klar, dass die FPÖ ohnehin da-ran nicht teilgenommen hätte: „Man kann uns nicht ständig im Gemeinderat und in den Ausschüssen persönlich angreifen und dann erwarten, dass man sich zusammenstellt, als ob nichts passiert wäre.“ Gleichzeitig erzählt Kube aber auch, dass es aufgrund des guten Klimas zwischen den Kooperationspartnern eine gemeinsame Feier von SPÖ und FPÖ geben werde. „Allerdings nicht auf Gemeindekosten“, wie Kube betont.

In der Aktion sieht VP-Parteichefin Andrea Völkl ein Armutszeugnis des Bürgermeisters: „Ein Stadtchef sollte verbindend wirken und über solchen Dingen stehen. Man muss auch politische Kritik aushalten können. Wir wollten immer die Gesprächsbasis erhalten.“