Erstellt am 12. Dezember 2015, 10:58

von Michaela Höberth

"Teilt unsere Ideale nicht".  Die freiheitliche Mandatarin Ina Aigner nimmt Abstand von ihrem Parteikollegen Wolfgang Filipsky. Nun droht ihm sogar der Parteiausschluss.

Ina Aigner: »Ich distanziere mich von der Facebook-Seite.«  |  NOEN, zVg

Eigentlich sollte die Facebook-Seite "FPÖ Leobendorf" ein Sprachrohr der Partei sein. „Wolfgang Filipsky (Anmerkung: Listendritter bei der Gemeinderatswahl) und ich haben die Seite gemeinsam aufgebaut“, so Ina Aigner, freiheitliche Gemeinderätin. Nun hat sie jedoch keinen Einfluss mehr auf die Inhalte: Sie wurde von Filipsky als Administratorin gelöscht. Stattdessen liest man auf der Seite immer wieder rechtsgerichtete Kommentare, die Aigner nicht unterstützen möchte. „Ich distanziere mich klar von dieser Seite“, betont die Gemeinderätin, die nun unter dem Namen „FPÖ LEOBENDORF“ eine eigene Plattform betreibt.

„Ich stehe zu 100 Prozent hinter Aigner"

Volle Unterstützung erhält sie dabei von FP-Bezirksparteiobmann Robert Koppensteiner: „Ich stehe zu 100 Prozent hinter Aigner. Sie ist das Gesicht der Partei und muss sich rechtfertigen können“, betont er. Auch er will die FPÖ nicht mit rechtsradikalen Postings in Verbindung bringen lassen. „Ich habe die Seite nicht verfolgt, aber ich werde mit Filipsky das Gespräch suchen“, kündigt er an. Ein Parteiausschluss ist für ihn möglich, „auch wenn das in meinen zwölf Jahren als Bezirksobmann noch nie nötig war.“

Auch der langjährige Kopf der FPÖ Leobendorf, Wolfgang Kadur, will nicht länger tatenlos zusehen. „Das ist rufschädigendes Verhalten. Filipsky wird nicht mehr in die Partei mit eingebunden“, spricht er klare Worte.

Dabei geht es ihm weniger um den Facebook-Auftritt, als um Gerüchte, die im Umlauf sind. „Filipsky ist der Meinung, dass er bei den Wahlen übergangen wurde. Das stimmt so nicht: Es war von Haus aus klar, dass Aigner in den Gemeinderat soll“, ist Filipskys Verhalten für ihn unverständlich. Kadur wollte ein junges Gesicht für die Partei. Seine Unterstützung für Aigner habe auch nichts mit ihrer familiären Verbindung zu tun. „Sie ist auf mich zugekommen“, will sich Kadur nichts nachsagen lassen.

„Das ist rufschädigendes Verhalten. Filipsky wird nicht mehr in die Partei mit eingebunden.“ Wolfgang Kadur, ehemaliger FP-Parteichef

Für ihn ist klar: Filipsky teilt nicht die freiheitlichen Ideale, die für ihn an erster Stelle stehen. „Für mich bedeutet das, sich selbst Grenzen zu setzen“, erklärt sich Kadur. Auch den anderen Gemeindeparteien will er mit Respekt begegnen und Handschlagsqualität beweisen – trotz der Kritik Filipskys, dass man einen Kuschelkurs mit der ÖVP fahre.

Natürlich hat die NÖN auch Filipsky selbst zu den Vorwürfen befragt. Er hat seine anfängliche Stellungnahme jedoch zurückgezogen und im Gegenzug mit Klage gedroht. Auch die Plattform „FPÖ Leobendorf“ ist nicht mehr länger auf Facebook zu finden.