Erstellt am 07. Oktober 2015, 06:02

von Veronika Löwenstein

Vorwurf: Mimo wurde absichtlich überfahren. Hundebesitzerin aus Korneuburg ist entsetzt: Autolenker soll mit Absicht Gas gegeben haben. Mimo starb im Tierspital.

Der achtjährige Rüde wurde von einem Auto überfahren.  |  NOEN, privat

Gabriele Gstettner trauert um ihren Hund Mimo. Der Schmerz sitzt tief, denn die Art und Weise, wie der achtjährige Rüde ums Leben kam, macht der Besitzerin besonders zu schaffen. „Er wurde mit voller Absicht überfahren“, kann es Gstettner noch immer nicht fassen. Der Autolenker stellt das laut Polizei in Abrede.

Besitzerin versuchte Fahrer zu stoppen

Am Sonntag wollte Gstettner mit ihrem Hund bei der Firma Flaga Gassi gehen. Sie öffnete den Kofferraum, Mimo sprang heraus. In dem Moment näherte sich ein Auto mit offenen Fenstern, der Lenker führte selbst zwei Hunde im Auto mit. „Mimo lief auf das Auto zu, weil er glaubte, eine Freundin kommt, die ebenfalls zwei Hunde besitzt“, schildert Gstettner die dramatischen Szenen. Sie selbst sprang noch vor das Auto, um es aufzuhalten. „Ich hielt die Hand auf Stopp in die Höhe und sagte zu dem Mann, er solle bitte kurz stehenbleiben, weil ich meinen Hund anleinen will.“ Mimo stand in der Zwischenzeit wieder neben seinem Frauchen.

Doch der Mann reagierte laut Gstettners Schilderung nur mit einem Achselzucken auf die Aufforderung. „Er sagte nur ,Warum sollte ich?‘ und gab Gas“, erzählt die entsetzte Hundehalterin. Sie selbst hätte sich nur durch einen Sprung zur Seite retten können, sagt sie. „Meinem Hund konnte ich nicht mehr helfen, er wurde vom Auto erfasst, überrollt und mitgeschleift.“ Sofort rannte sie zu ihrem regungslos am Boden liegenden Hund und nahm ihn in die Arme. Doch selbst im Tierspital konnte man nichts mehr für Mimo tun, den Gstettner aus der Slowakei gerettet hatte. Die Tierärzte konnten ihn nur noch erlösen. Für Gstettner ist die Aktion unbegreiflich. „Was geht in diesem Menschen vor?“, fragt sie sich immer wieder. Mimo sei ein vollwertiges Familienmitglied gewesen.

Der Fall wandert jetzt vor den Bezirksrichter

Die Tierbesitzerin hat Anzeige erstattet, „aber leider ist ein Hund nur eine Sachbeschädigung“, bedauert sie. Bei der Polizei Korneuburg bestätigt man den Vorfall. „Es steht Aussage gegen Aussage“, berichtet In-spektions-Kommandant Erich Löschenbrand. Der Autolenker sagt aus, er hätte den Hund nicht absichtlich überfahren. Der Fall wandert jetzt zum Bezirksgericht. Grundsätzlich erinnert Löschenbrand an die Leinenpflicht, die laut NÖ Tierhaltegesetz im Ortsgebiet gilt. Außerhalb der Ortschaften käme das Jagdgesetz zum Tragen. Das heißt, Hundehalter sind verpflichtet, dafür zu sorgen, dass ihre Tiere nicht herumstreunen oder gar wildern.