Erstellt am 16. April 2016, 05:04

von Markus Glück

„Trafiken-Sterben weiter ein Problem“. Im Z-2000 in Stockerau sprachen Trafikanten über ihre Zukunft und die aktuellen Probleme in der Tabak-Branche.

WKNÖ-Direktor Franz Wiedersich, der stellvertretende Vertriebsleiter der NÖN Richard Boselmann, WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl, Obmann der Trafikanten Josef Prirschl und NÖN-Marketingleiter Robert Richter am Fachgruppentag der Trafikanten im Stockerauer Z-2000.  |  NOEN, Christian Sturm
17 Trafikanten gibt es derzeit noch im Bezirk, Tendenz sinkend. Zum Vergleich: Im Jahr 2006 verfügte der Bezirk noch über rund 30 Trafiken. Für den Bezirks-Vertrauensmann der Trafikanten Peter Hopfeld ist das kein Wunder: „Trotz allen Nebenerwerbsgeschäften wie dem Ticket-Verkauf oder Lotto ist es schwer, einen Umsatz zu erzielen. Das Trafikantensterben ist weiterhin ein akutes Problem“ Insgesamt gibt es mit Tankstellen und anderen Geschäften 49 Verkaufsstellen im Bezirk.

"Ticketverkäufe sind Peanuts, aber überlebenswichtig"

Die Gründe für die Misere bei dem einst so lukrativen Geschäft sind laut Hopfeld vielschichtig und wurden am Wochenende auch am Fachgruppentag der Trafikanten im Stockerauer Z-2000 diskutiert. Am Beispiel der immer steigenden Zahl an Nichtrauchern lässt sich das Problem leicht veranschaulichen. Wer weniger raucht, kommt weniger in die Trafik und kauft weniger Feuerzeuge und Zeitschriften. Daneben wird auch nicht Lotto gespielt. „Heute habe ich meine Zeitungen im Abo und Lotto spiele ich im Internet“, bringt es Hopfeld auf den Punkt.

Für ihn benötigen die Trafikanten jedes Kleingeschäft, um überleben zu können: „Die Ticketverkäufe sind kleine Peanuts. Man braucht sie aber zum Überleben.“ Zunehmend fällt auch das Nebengeschäft mit Billets und Briefmarken weg. „Heute verschickt kaum noch jemand Briefe“, so Hopfeld, der auch ein weiteres heißes Eisen anspricht: „Werden die Zigaretten um zehn Cent teurer, sieht der Trafikant davon nur 0,1 Cent. Wir brauchen andere Provisionen.“