Erstellt am 28. Juli 2016, 05:00

von Veronika Löwenstein

„Am Schiff ist es sicher“. Die Nachfrage nach Türkeiurlauben ist schon seit einiger Zeit abgeflaut, bestätigen die Reisebüros im Bezirk Korneuburg. Wer noch Restplätze sucht, der muss flexibel sein.

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Die Strände in der Türkei sind leer, Touristen weichen nach Terroranschlägen und Putschversuch auf andere Destinationen aus. „Die Türkei ist schon länger nicht nachgefragt“, bestätigt Angela Hohenecker vom Reisebüro Profireisen in Korneuburg.

Andere Länder profitieren

Schon nach den Terroranschlägen sei den Korneuburgern die Lust auf einen Türkei-Urlaub vergangen, „dabei sind die Badeorte ein paar Tausend Kilometer entfernt“, gibt sie zu denken. Aber es gibt auch Ausnahmen. Hohenecker hat Stammkunden, die ihren Aufenthalt in der Türkei schon lange gebucht haben und im September auch antreten werden. „Die lassen sich nicht so leicht verschrecken“, schmunzelt sie. Eine Reisestornierung war kein Thema.

Familien hat das Preis-Leistungs-Verhältnis in die Türkei gelockt, weiß Alfred Scheuringer von Haschka Reisen in Oberrußbach. „Aber in letzter Zeit ist die Leistung immer schwächer geworden“, urteilt er. Von der Türkei-Flaute profitieren Länder wie Griechenland, aber auch Spanien, Sardinien und Korsika. Im Stockerauer Reisebüro Penner nennt man Italien, Griechenland und Kroatien als beliebteste Ziele im heurigen Sommer.

Kreuzfahrten boomen

Auch Tunesien hat sich von den touristischen Nachwirkungen des Terrors noch nicht erholt. „Die Leute wollen im Urlaub keinen Ärger. Sie wollen nicht nachdenken und überlegen, wo sie hingehen dürfen und wo nicht“, gibt Scheuringer die Überlegungen seiner Gäste wieder. Deshalb boomen auch die Kreuzfahrten nach wie vor. „Am Schiff ist man sehr, sehr sicher“, so Scheuringer, der auch vermehrt Nachfragen nach dem Norden Europas registriert. „Dort halten die Leute die hohen Kosten für gerechtfertigt.“

Restplätze sind heuer dünn gesät, sofern man nicht nach Tunesien, in die Türkei oder nach Ägypten reisen will. Die Ausweichdestinationen sind gut gebucht. Doch Hohenecker beruhigt alle jene, die noch auf der Suche nach einem Restplatz sind: „Wenn man nicht ganz fixiert ist, findet sich immer eine Lücke.“