Erstellt am 16. März 2016, 05:04

von Veronika Löwenstein

Verwüstung am WC im Rathaus. Die öffentliche Toilette und das WC für Behinderte sind ab sofort nur mehr zu den Geschäftszeiten zugänglich.

Ein grauslicher Anblick erwartete die Reinigungsfirma. Unbekannte hatten im öffentlichen Klo gewütet und Fäkalien verteilt. Die Wiederherstellungsarbeiten dauerten drei Tage.  |  NOEN, Stadtgemeinde

Für Aufregung sorgte letzte Woche die Erkenntnis, dass die Öffnungszeiten der öffentlichen Toilette und des Behinderten-WCs im Rathaus eingeschränkt wurden. Anstatt bis 20 Uhr kann man derzeit wochentags nur bis 18 Uhr seinem Bedürfnis nachgehen. Am Samstag sind die Toiletten ab 12 Uhr versperrt.

"Für drei Tage komplett geschlossen"

„Wir hatten mit extremer Verschmutzung und Vandalismus zu kämpfen“, erklärt VP-VizeBürgermeisterin Helene Fuchs-Moser. Die Reinigungsfirma meldete die Vorfälle und die Stadtgemeinde reagierte – die Toiletten stehen nur noch während der Geschäftsöffnungszeiten zur Verfügung. Fotos vom „Tatort“ zeichnen ein Bild dessen, was sich in den öffentlichen Toiletten abgespielt hat: Fäkalien wurden an die Wände geschmiert, der Inhalt des Mistkübels im ganzen Raum verteilt, Teile beschädigt. „Wir mussten das WC drei Tage komplett schließen, um es zu reinigen und wieder herzurichten“, schüttelt Fuchs-Moser den Kopf.

Auch Behindertenvertreter Ludwig Breichner wurde mit dem Problem konfrontiert. Das Behinderten-WC befindet sich im Rathausinnenhof, der durch ein Tor gesichert ist. Schon vor Jahren schlug Fuchs-Moser vor, das Tor mit einem Eurokey zugänglich zu machen. Die meisten Menschen mit Handicap sind im Besitz eines derartigen Schlüssels, der beispielsweise Zugang zu barrierefreien WCs auf Autobahnraststätten bietet. „Das ist aber bei dem alten Tor aus technischen Gründen nicht machbar“, schildert sie.

Breichner hat sich in der Zwischenzeit um eine interimistische Lösung bemüht. „Der Grieche hat sich bereit erklärt, Menschen mit Behinderung sein behindertengerechtes WC zur Verfügung zu stellen, ohne dass sie etwas konsumieren müssen.“ Er will das Thema auch im nächsten Bürgerforum aufs Tapet bringen.