Erstellt am 20. April 2017, 04:00

von Veronika Löwenstein

Moderne Busse und verbesserte Takte. Ab 3. Juli verkehren einheitliche Busse. Fahrpläne und Streckenführung wurden optimiert. Kritik kommt von den Grünen.

Künftig kommen weiße Regionalbusse im einheitlichen Design des Verkehrsverbundes Ost-Region zum Einsatz.  |  Postbus

Fahrpläne wurden entrümpelt, die Anbindungen an die Bahn optimiert und die Bedienzeiten in den Abendstunden verlängert. Zwei Jahre hat der Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) an der Neuordnung des Busverkehrs im westlichen Weinviertel gefeilt.

Pläne treten im Juli in Kraft

Die neuen Busfahrpläne treten am 3. Juli in Kraft und betreffen das Gebiet rund um Horn, Retz, Laa/ Thaya, Hollabrunn, Stockerau und Korneuburg. Neben Applaus über die Verbesserungen gibt es aber auch Kritik an Versäumnissen.

Abseits der Fahrpläne werden die Fahrgäste wesentliche Verbesserungen merken: Künftig kommen unabhängig vom Betreiber moderne, weiße Regionalbusse in einheitlichem Design zum Einsatz. „VOR setzt mit der neuen Regionalbusflotte einen weiteren Schritt hin zu einem einheitlichen Leitsystem mit hoher Qualität im öffentlichen Verkehr“, betont VOR-Sprecherin Christina Bachmaier.

Die neuen Regionalbusse sind voll klimatisiert, barrierefrei, verfügen über Gratis-WLAN und moderne Fahrgastinformationssysteme – ein Umstand, der auch Grüne-Mobilitätsstadträtin und -Bezirkssprecherin Elisabeth Kerschbaum freut: „Durch die Haltestellenanzeigen und -ansagen im Bus weiß man endlich auch als ,Fremder‘, wo man aussteigen muss.“

"Werden Wünsche und Anregungen prüfen"

Die Verbesserung in die Infrastruktur ist für die Grüne-Frontfrau das größte Plus. Kritisch betrachtet sie aber die Tatsache, dass sich die Zahl der Buskilometer in der stark wachsenden Region in den letzten 16 Jahren nicht geändert hat. „Das ist aber keine Kritik am VOR, sondern am Land NÖ, das den Busverkehr ja bestellt und bezahlt“, schränkt sie ein.

Einen „großen Schnitzer“ im neuen Bussystem hofft sie noch vor Inkrafttreten des Fahrplans bereinigen zu können: Schüler aus Leobendorf, die über Korneuburg nach Hollabrunn oder Rückersdorf fahren, müssten künftig laut Kerschbaum in der Bezirkshauptstadt eine dreiviertel Stunde aufs Umsteigen warten. Auch Pendler würden den schnellen Regionalzug nach Wien verpassen, weil der Bus, der bisher um 7.06 Uhr in Kor-neuburg angekommen ist, künftig erst um 7.20 Uhr ankommt.

„Wir werden alle Wünsche und Anregungen prüfen“, beruhigt Bachmaier. Schon diese Woche gibt es einen Termin zwischen Vertretern der Korneuburger Stadtgemeinde und Planungsexperten des VOR. Auch die Anbindung an die jüngste Bezirksgemeinde Gerasdorf geht Kerschbaum nicht weit genug.

Gerasdorf: Bessere Verbindung erst 2019?

„Eine Anbindung an Korneuburg/Stockerau gibt es nur über Wien oder mit dreimal Umsteigen und über einer Stunde Fahrzeit“, bedauert sie. Beim VOR bestätigt man, dass sich an der bisherigen Verbindung kaum etwas ändern wird, aber: „Gerasdorf gehört noch zu einem anderen Ausschreibungsgebiet, welches voraussichtlich 2019 in Angriff genommen wird“, so die VOR-Sprecherin. Sie verweist auf S-Bahn oder Rex, mit denen man Gerasdorf in 25 bis 38 Minuten erreichen würde.

„Das S-Bahn-System nach Korneuburg wurde massiv aufgewertet“, erinnert sie. Trotzdem gehen Kerschbaum die Verbesserungen nicht weit genug. „Wir Grünen hätten noch weitere Taktverknüpfungen vorgeschlagen, die leider bei der Fahrplanerstellung ignoriert wurden“, hält sie fest.