Erstellt am 13. März 2016, 05:04

von Josef Christelli

Wahrzeichen wurde zu Fall gebracht. Die 110 Jahre alte Rotbuche bei der Kapelle wurde zur Gefahr. Nun hat man den stolzen Baum gefällt.

Die Rotbuche bei der Schneiderkapelle wurde umgeschnitten.  |  NOEN, Christelli
Ein Wahrzeichen von Karnabrunn wurde entfernt. Die mehr als 110 Jahre alte Rotbuche bei der Schneiderkapelle wurde im Auftrag der Gemeinde Großrußbach umgeschnitten.

Aufgrund eines Expertenurteils wurde im Sommer 2015 die Fällung im Gemeinderat beschlossen. Diese Ankündigung sorgte für einigen Unmut im Ort. Nun ist jedoch alles klar: Der Baum war ab einem Meter Höhe bis zum Gipfelansatz hohl. Die Spezialfirma SKT aus Ladendorf hat die Rotbuche von oben herab „abgetragen“, Leo Köhler und seinen Mannen haben Ast um Ast abgeschnitten und abgeseilt. So war auch keine Totalsperre der Bundesstraße in Karnabrunn notwendig.

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Dennoch ist eine gewisse Melancholie bei den Bewohnern mehr als verständlich: Die Rotbuche wurde 1907 von der Barmherzigen Brüderschaft gepflanzt. Die danebenliegende Schneiderkapelle ist ein markanter Punkt für die Wallfahrer. Früher kamen die Pilger per Bahn und gingen nur über die Straße, schon waren sie bei der Kapelle und somit bei der ersten Station.

Unter der Rotbuche wurden die Gruppen meistens begrüßt, bevor sie über den Weg und die Kirchenstiege hinauf zur Wallfahrtskirche „Zur Heiligen Dreifaltigkeit“ gingen.