Erstellt am 22. September 2015, 07:33

von Josef Christelli

Welle der Hilfsbereitschaft. Flüchtlingsfamilie hat ihr neues Zuhause im Försterhaus des Schlosses bezogen. Durch die Hilfsbereitschaft vieler wurde ihr ein guter Start verschafft.

Elf Flüchtlinge haben in Ernstbrunn eine Bleibe gefunden. Heinrich und Johanna Reuss, Gemeindechef Horst Gangl, Elfi Dallamassl und Astrid Luger begrüßten sie in ihrer neuen Heimat. Foto: Christelli  |  NOEN, Christelli

Die Flüchtlinge aus Syrien sind in Ernstbrunn angekommen und haben ihr von der Familie Reuss bereitgestelltes Quartier im renovierten Försterhaus beim Schloss bezogen.

Die elf Personen - eine Großfamilie mit Oma, zwei Paaren, fünf Kindern und einer Tante - wurden von der Familie Reuss, Bürgermeister Horst Gangl und den Freiwilligen gut untergebracht. Von der alten Heimat berichteten die Flüchtlinge mit Bildern und Fotos. Die Stadt, in der sie früher gewohnt und gearbeitet haben, ist zerbombt und wurde dem Erdboden gleich gemacht.

Gemeindechef Gangl hat eine Plattform auf der Gemeinde-Homepage eingerichtet, wo zu erfahren ist, was noch gebraucht wird. Gangl dankte der Fürstenfamilie Reuss und besonders Elfi Dallamassl, die sich sehr engagiert eingebracht hat. Evelyne Hermann kümmert sich um die Schulangelegenheiten und Johanna Reuss war mit einem Flüchtlingsmädchen in Hollabrunn, um dessen weitere Schullaufbahn zu planen.

Der pensionierte Schuldirektor Karl Obermann betreut an einigen Tagen in der Woche die Familien mit Deutschunterricht und zeigt viel Engagement. Drei Kinder besuchen die Neue Mittelschule Ernstbrunn mit viel Spaß und fühlen sich sichtlich auch sehr wohl. Sie wurden von den Klassenkameraden mit Freude aufgenommen.

Es wurde auch eine Willkommensmesse in der Ernstbrunner Pfarrkirche zelebriert, an der die elf Flüchtlinge mit katholischem Hintergrund teilnahmen. Die Messe war gleichzeitig ein Kennenlernen, die örtlichen Kirchenbesucher und etliche weitere Interessierte waren gekommen, um die neuen Ernstbrunner zu treffen.

Gangl sieht die Flüchtlingsaktion so: „Die Initiative „Ernstbrunn hilft mit HERZ“ ist von zahlreichen Bürgern sehr gut angenommen worden. Es beruhigt mich ein wenig, wenn man die derzeitigen Flüchtlingsströme beobachtet und die humanitäre Hilfe in Österreich eine positive Wende gebracht hat“, so Gangl, der sich bei der Familie Reuss für ihr großes Engagement bedanken möchte.