Erstellt am 19. Mai 2016, 04:44

von Markus Glück

Werft: Gemeinsam an einem Strang ziehen. Mit den Korneuburger Bürgern soll Konzept für 18 Hektar großes Areal entwickelt werden.

Foto: Glück  |  NOEN, Glück
Als im Jahr 1993 nach einer langen, wechselvollen Geschichte die Korneuburger Werft für immer ihre Pforten schloss, starteten in der Stadt die Überlegungen, wie zukünftig mit dem Gebiet umgegangen werden soll.

Ziel: Pläne für 18 Hektar-Areal erarbeiten

In der Zwischenzeit wurde das Areal durch gewerbliche Unternehmen sowie für kulturelle Veranstaltungen und Freizeitevents genützt, ein Dauerkonzept fehlte aber bisher.

Unter dem Motto „Alte Werft. Neue Ideen“ will die Stadt ab sofort unter Einbindung der Bürger Pläne für das rund 18 Hektar große Areal erarbeiten.

Erklärtes Ziel der Stadt ist, das Potenzial des Werftgeländes zu aktivieren und den nächsten Schritt für die Entwicklung des Standorts zu setzen. „Wir wollen den Entwicklungsprozess gemeinsam mit den Bürgern gehen“, sagt VP-Bürgermeister Christian Gepp.

„Areal nicht anonymen Investoren überlassen“

Zukünftig sollen am Areal Wohnen, Arbeiten und Freizeit ihren Raum finden. „Wir wollen das Schicksal der Werft nicht anonymen Investoren überlassen, daher haben wir diesen Weg eingeschlagen. Ziel ist die Entstehung eines Stadtteils mit hoher Lebensqualität“, so Gepp.

Aus diesem Grund werden in die Planungsarbeiten nicht nur das Planungsbüro Raumposition von TU-Professor Rudolf Scheuvens, sondern auch alle Korneuburger Bürger eingebunden, darunter etwa die Gruppe Werft, die sich im Rahmen des Stadtentwicklungsprozesses gegründet hat.

„Seit vier Jahren beschäftigen wir uns intensiv mit dem Areal der Werft. Wichtig ist uns eine Mischnutzung aus Wohnen, Arbeit, Kultur und Freizeit“, so Martin Wimmer, Leiter der Gruppe.

„Die Werft löst bei vielen Bürgern Emotionen aus, da jeder einen Bezug dazu hat“, erklärt SP-Vizebürgermeister Thomas Pfaffl. Grünen-Stadträtin Elisabeth Kerschbaum ist glücklich, dass die Stadt nicht nur auf Profitmaximierung achtet: „Mit den Donauauen ist das Areal auch ein Naherholungsgebiet. Ich bin froh, dass die Leute eingebunden werden.“

Durch den hohen Bezug der Bevölkerung zur Werft hofft Pfaffl auch auf eine hohe Bürgerbeteiligung: „Das Gelände ist eine Perle, die sanft aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt werden soll.“

Schulsprecher: „Das Interesse der Jugend ist da“

Laut Pfaffl, der auch SEFKO-Vorsitzender ist, wird der Stadtentwicklungsfonds Korneuburg (SEFKO) zwischen 150.000 und 200.000 Euro in den Prozess investieren. SEFKO-Geschäftsführer Roland Raunig wünscht sich, dass auch die Jugend sich aktiv am Prozess beteiligt.

Raunig: „Es ist schwer, die Jungen zu aktivieren, das Konzept gilt aber vor allem auch der Jugend, denn der gehört die Zukunft.“ Wichtig findet diese Einbindung auch Florian Hager, Schulsprecher der AHS Korneuburg: „Das Interesse der Jugend ist da.“

In den nächsten Wochen werden Mitarbeiter des Planungsbüros mittels Dialograd und Postkarten, die in eigens eingerichtete Briefkästen geworfen werden können, die Ideen der Korneuburger sammeln. Daneben wird auch in einer eigenen Projektzeitung über das Vorhaben informiert.

Am 9. September wird es dann ein Auftaktforum geben, wo die Aufgabenstellungen vorgestellt werden. Bei einem Abschlussforum am 19. Dezember werden erste Ergebnisse präsentiert. „Jeder kann bei den Gesprächen Ideen einbringen“, fordert Scheuvens zur Mitarbeit auf.