Erstellt am 09. März 2016, 05:04

von Veronika Löwenstein

„Zick-Zack-Radweg“ ist für Grüne sinnlos. Der Geh- und Radweg zum Bahnhof muss aufgrund eines Wohnbauprojekts verlegt werden. Grüne fürchten um den Park.

Grüne-Stadträtin Elisabeth Kerschbaum zeigt den Weg, um den es geht. Er soll versetzt, der Park dadurch verkleinert werden.  |  NOEN, Löwenstein

Es kommt nicht oft vor, dass sich die Grünen gegen einen Radweg aussprechen. In der letzten Gemeinderatssitzung haben sie es aber getan. Konkret geht es um den Hrabak-Park in unmittelbarer Nähe des Parkdecks beim Bahnhof. Den bestehenden Weg hat die Gemeinde an einen Bauträger abgetreten, der dort Wohnungen errichtet. Parallel dazu soll ein neuer Geh- und Radweg entstehen, dazu muss allerdings ein Teil der Parkfläche geopfert werden.

Kerschbaum: "Keine Notwendigkeit"

„Der Park ist so und so schon so klein“, bedauert Grüne-Stadträtin Elisabeth Kerschbaum. Auch erkennt sie keine Notwendigkeit, wo doch Experten seit Jahren predigen würden, dass Räder auf die Straße und nicht auf den Gehsteig gehören.

Sie fragt sich außerdem, wer den Radweg benützen soll. „Wer von der B3 zum Bahnhof will, biegt meist schon in der Scherzgasse ab und fährt Am Neubau entlang. Wer es eilig hat, ist schneller über Ring und Bahnstraße“, kritisiert sie und fragt: „Wer sollte nach der Bewältigung der Engstelle Ring/Wiener Straße auf einen schmalen Geh-Radweg wechseln, der dann im Doppel-Zick-Zack-Kurs zum Bahnhof führt?“

Holzer: "Perfekter Lückenschluss zum Bahnhof"

Im Gemeinderat waren die Grünen mit ihrer Entscheidung alleine. „Wir haben eine der höchsten Fahrraddichten Österreichs“, verweist VP-Baustadtrat Hubert Holzer stolz. Der Weg sei der perfekte Lückenschluss zum Bahnhof, ist er überzeugt. Für die Sicherheit opfere man gerne ein Stück Grün, zumal der Park auch kaum benutzt werde. Er vermutet bei den Grünen einen Zwiespalt: „Sie können sich offenbar nicht entscheiden, ob die grüne Wiese oder ein Radweg besser ist.“

Die Errichtung des Weges sei zukunftsweisend, betont Bauamtsleiter Wolfgang Schenk. In den nächsten fünf bis zehn Jahren ist nämliche eine Parkdeckerweiterung geplant, „dann muss man auch keinen rechten Winkel mehr fahren.“