Erstellt am 06. April 2016, 07:14

von Petra Vock

54 Schanigärten in der Stadt Krems genehmigt. Das schöne Wetter der letzten Tage hat in der Stadt für regen Besuch der Gastgärten gesorgt.

Zahlreiche Schanigärten laden in der Fußgängerzone dazu ein, sich den Einkaufsbummel mit einem Kaffee in der Frühlingssonne zu versüßen. Im Bild das Café Berger in der Landstraße.  |  NOEN, Lechner

Jetzt hat sie so richtig begonnen, die Schanigarten-Saison: Viele Sonnenhungrige genossen das herrliche Frühlingswetter der vergangenen Tage, um in einem der zahlreichen Gastgärten in Krems die Seele baumeln zu lassen.

In den vielen Schanigärten der Landstraße sonnten sich lächelnde Gäste, und auch im schattigen Schanigarten der Café-Konditorei am Bahnhofplatz wurde bereits jede Menge Eis konsumiert. „Mit dem schönen warmen Wetter geht es los. Derzeit haben wir 30 Sorten“, berichtet Sabine Raimitz.

„Man merkt die positive Stimmung bei Mitarbeitern und Gästen. Die Leute sind viel besser gelaunt, und man spürt einfach das Frühlingsgefühl“, erzählt Siegfried Wagner vom Stadtcafé Ulrich, auf dessen Terrasse beim Steinertor etwa 50 Sitzplätze zur Verfügung stehen – umfriedet, aber trotzdem auf öffentlichem Grund und somit ein „Schanigarten“, der vom Magistrat bewilligt werden muss, auch wenn in diesem Fall die Tische und Stühle über Nacht nicht weggeräumt werden.

"Im Laufe des Jahres kommen noch welche dazu“

Insgesamt sind in Krems heuer 54 Bescheide für den Betrieb von Schanigärten ausgestellt worden, wie die Sicherheits- und Ortspolizei des Magistrats mitteilt: „Aber erfahrungsgemäß kommen im Laufe des Jahres noch welche dazu.“ Durch Lokalschließungen, Neueröffnungen, Baustellen gebe es immer wieder Schwankungen.

Der Höchststand war im Jahr 2014/2015 mit 69 Schanigärten erreicht, und das, obwohl 2012 eine saftige Gebührenerhöhung für Ärger gesorgt hatte: In der „Zone A“ (Fußgängerzone in der Altstadt, Bahnhofplatz, Südtirolerplatz) berappt man pro zehn Quadratmeter Schanigarten seither im Monat 70 Euro. In der „Zone B“ beispielsweise in Stein, sind 55 Euro zu bezahlen und in der „Zone C“, etwa in der Mitterau, 40 Euro.

"Gastronomie könnte ohne Schanigarten nicht leben"

Eine Gebührenerhöhung, mit der man sich zähneknirschend abgefunden hat: „Für eine Gastronomie ist ein Schanigarten so wichtig, dass man ohne ihn nicht leben könnte“, erklärt Siegfried Wagner.

Schließlich sehnen sich die Gäste nach Sonne und Frischluft. So hat etwa Christian Jilka, Chef des Café Berger in der Landstraße, die ersten Tische schon Anfang März hinausgestellt, andere haben ihre Gastgärten inzwischen fast ganzjährig geöffnet – der Klimawandel und die strengen Rauchergesetze lassen grüßen.

Der Außenbereich des „Wellen.Spiel“ – mit seiner Lage an der Donau einer der beliebtesten Freiluft-Spots in Krems – war heuer erstmals ganzjährig geöffnet. Der warme Winter lockte viele ins Freie: „Am 23. und 24. Dezember sind die Leute draußen gesessen“, erzählt Otto Raimitz. Eine Bewilligung der Stadt braucht er dafür übrigens nicht, denn der Gastgarten des „Wellen.Spiel“ sei kein „Schanigarten“ auf öffentlichem Grund, sondern privat, erklärt Raimitz.

Seit einigen Wochen hat er beim „Wellen.Spiel“ wieder vier Strandkörbe aufgestellt und hofft, dass sie nicht neuerlich Vandalen zum Opfer fallen: „Ich appelliere an die Kremser, dass man sie nicht zerstört.“ Schließlich machen die Strandkörbe, in denen übrigens keine Konsumationspflicht besteht, das Urlaubsgefühl am Wasser perfekt – getreu dem Motto: „Krems an die Donau!“