Krems

Erstellt am 14. Oktober 2016, 04:23

von Karl Pröglhöf

VHS Krems feiert Jubiläum: Zukunft ungewiss. Alt-Bundespräsident Fischer gratuliert der Volkshochschule. Der Fortbestand ist aus finanziellen Gründen jedoch nicht gesichert.

Freude auf Fest, aber besorgter Blick in die Zukunft: Finanzchef Hans Wondraczek, Vorsitzender Oskar Schild, Leiter Leo Faltus.    |  Johann Lechner

Wenn die Volkshochschule am 18. Oktober ihr 60-Jahr-Jubiläum feiert, dann mit einem stolzen Blick in die Vergangenheit und einem sorgenvollen Blick auf die Zukunft der Erwachsenenbildungseinrichtung. Der Weiterbestand ist nämlich wegen der angespannten Finanzsituation (die NÖN berichtete mehrfach) nach wie vor nicht gesichert.

„Unser Mietvertrag im Fellnerhof ist nur zum Jahresende kündbar. Bis dahin müssen wir wissen, ob wir langfristig mit einer höher dotierten Subvention der Stadt rechnen können“, verweist der neue Vorsitzende Oskar Schild auf nur schleppend laufende Gespräche mit der Stadtführung. Derzeit erhält man 80.000 Euro, es besteht aber ein Mehrbedarf von 30.000 Euro, um Miete und Betriebskosten abdecken zu können.

Heuer kommt man dank der Einmal-Unterstützung (60.000 Euro) von zwei Sponsoren, zu denen Bürgermeister Reinhard Resch den Kontakt hergestellt hat, wahrscheinlich mit Ach und Krach über die Runden, auch weil Mitarbeiter Überstunden der VHS „geschenkt“ haben. Verluste müssten von den Vorstandsmitgliedern abgedeckt werden.

VHS muss "konkurrenzfähig" bleiben

„Mehr Geld allein bringt keine Nachhaltigkeit“, meint hingegen Bürgermeister Reinhard Resch. Der ressortmäßig zuständige Vizebürgermeister Wolfgang Derler sieht es ähnlich: „In meinen Gesprächen mit den VHS-Verantwortlichen war von einem Mehrbedarf von 10.000 bis 15.000 Euro die Rede, was gelingen könnte. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass die VHS eine bedeutende Bildungsinstitution in Krems ist, dass es daher wichtig ist, deren Betrieb aufrecht zu erhalten. Klar ist, dass auch die VHS permanent an ihren Strukturen und Angeboten feilen muss, um konkurrenzfähig zu bleiben. Es wird sich sicher die Frage stellen, wie man im Fellnerhof zur allgemein üblichen Barrierefreiheit kommen kann.“

Der Vorschlag, die Kurse in stadteigenen Schulgebäuden abzuhalten, scheint schwer umzusetzen. „Das Raumangebot ist zu klein, die Klassen von der Einrichtung nicht auf Erwachsenenbildung ausgelegt, und vor allem könnten wir dort auch keine Vormittagskurse abhalten“, fasst VHS-Leiter Leo Faltus die damit verbundenen Probleme zusammen.

Hörer halten die Treue

Zufrieden zeigt er sich mit den Anmeldungen für das neue Semester. Die Hörer haben der VHS trotz einer Gebührenerhöhung die Treue gehalten.

Ungeachtet aller Probleme wird das Bestandsjubiläum am kommenden Dienstag ab 18.30 Uhr im Dinstl-Saal der Kremser Bank gefeiert. Einer der Festredner wird der frühere Bundespräsident Heinz Fischer, jetzt Präsident der Volkshochschulen, sein.