Erstellt am 09. Februar 2016, 04:18

von Gertrude Schopf, Petra Vock und Thomas Werth

80.969 Personen leben in der Region. In den vergangenen zehn Jahren hat die Bevölkerungszahl um 2.331 zugenommen. Aber nicht alle Gemeinden zählen zu den Gewinnern.

Krems liegt bei der Bevölkerungsentwicklung im Mittelfeld.  |  NOEN, Foto: Eder

80.969 Personen haben in der Stadt oder im Bezirk ihren Hauptwohnsitz gemeldet – dies geht aus den aktuellen Zahlen der Statistik Austria hervor. Das sind um 681 mehr als im Jahr davor und um 2.331 mehr als noch 2006. Doch die Bevölkerungszahlen haben sich in den Gemeinden in den vergangenen zehn Jahren sehr unterschiedlich entwickelt. Die NÖN hat den Überblick.

Die Gewinner:

Den prozentuell höchsten Anstieg hat in den vergangenen zehn Jahren Rohrendorf verzeichnet. 2.080 Bewohner bedeuten einen Anstieg um 18,1 Prozent. Für Bürgermeister Gerhard Tastl heißt das Zauberwort des Erfolgs „Gemeinschaft: „Wir bieten eine Fülle von Veranstaltungen, die das Kennenlernen und die Gemeinschaft fördern. Das spricht sich herum.“ Mit einem mittlerweile fünf Gruppen umfassenden Kindergarten, einer neu hergerichteten Volksschule, dem Ausbau der Nachmittagsbetreuung und dem Bau eines großen Erlebnisspielplatzes werde für Familien viel getan.

Droß‘ Bevölkerung ist seit 2006 um 13,5 Prozent auf 969 gestiegen. „Vor zehn Jahren haben wir ein Projekt gestartet, die neue Schlossparksiedlung Richtung Priel, und das hat irrsinnig eingeschlagen. Sehr viele sind aus dem Waldviertel heruntergezogen“, erklärt Bürgermeister Andreas Neuwirth. Zudem spreche die Verkehrsanbindung für die kleine Gemeinde. „Auf der B 37 ist man in knapp 15 Minuten in Krems, in einer halben Stunde in St. Pölten“, so der Ortschef.

Ähnlich argumentiert auch Gerhard Wandl, Bürgermeister von Rastenfeld, das um 11,6 Prozent gewachsen ist. „Wir liegen verkehrsgünstig und haben viele Betriebe und zwischen 350 und 550 Arbeitsplätze in unserer Gemeinde.“

Langenlois will maximal 1 Prozent pro Jahr wachsen

Langenlois ist in den vergangenen zehn Jahren um 7,8 Prozent auf 7.663 Einwohner gewachsen, was ganz im Sinn von Bürgermeister Hubert Meisl ist: „Wir schauen drauf, dass wir nicht mehr als ein Prozent im Jahr zulegen, da ja die Infrastruktur auch mitwachsen muss.“ Neben dem Angebot von Bauland in den Katastralgemeinden ist Meisl vor allem auch an der Revitalisierung alter Häuser im Stadtkern interessiert. „So ist in den letzten Jahren in 30 Althäuser neues Leben eingezogen“, freut er sich.

Einen deutlichen Anstieg verzeichneten auch Paudorf, Mautern, Straß und Furth.

Krems ist seit 2006 minimal um 1,49 Prozent auf 24.342 Einwohner gewachsen. Die Stadt sieht diese Entwicklung jedenfalls positiv: „Krems ist besonders für Familien sehr attraktiv. In der Hafenstraße hat die Gedesag zuletzt eine Wohnhausanlage mit 55 geförderten Wohneinheiten für Jungfamilien in Betrieb genommen, in Gneixendorf 55 Wohnungen beziehungsweise Reihenhäuser. Außerdem ist Krems eine boomende Studentenstadt“, heißt es seitens der Medienstelle.

Die Verlierer:

Mit einem Bevölkerungsrückgang haben vor allem viele Wachaugemeinden zu kämpfen. Das größte Minus der vergangenen zehn Jahre verzeichnete Rossatz-Arnsdorf (-9,3 Prozent). „Es gibt kaum Bauplätze und auch keine Häuser, die für Junge erschwinglich oder überhaupt am Markt wären“, erklärt Ortschef Erich Polz. Dazu kommt, dass gewidmetes Bauland zwar vorhanden wäre, es die Besitzer aber nicht hergeben. „Wir sind gerade dabei, in Hofarnsdorf auf Baurechtsgründen Wohnraum zu schaffen oder Bauplätze anbieten zu können“, so Polz.

In Spitz ist die Einwohnerzahl seit 2006 um -5,6 Prozent auf 1.615 gesunken. Bürgermeister Andreas Nunzer weiß auch, warum: „Die Leute leben vom Weinbau und vom Tourismus, andere Arbeitsplätze gibt es bei uns kaum.“ Zudem sei das Angebot an Bauplätzen sehr gering und auch in der Größe begrenzt. „Junge, die gut ausgebildet sind, ziehen also meist weg. Wer da bleibt, sind die Älteren, oft kommen welche in der Pension wieder – unser Problem ist damit eher die Ungleichgewichtung bezüglich der Altersstruktur der Einwohner“, erklärt Nunzer.

Weitere Gemeinden mit einem Rückgang von mehr als drei Prozent sind Dürnstein, Albrechtsberg, Weinzierl am Walde und St. Leonhard.

x  |  NOEN, Statistik Austria / NÖN Grafik