Erstellt am 08. März 2016, 04:34

von Thomas Werth

"Abhängigkeit vom Pkw geht zurück". Erstmals ist der Motorisierungsgrad in Krems gesunken. 583 Pkw pro 1.000 Einwohner bedeuten Platz drei in Niederösterreich.

Der Motorisierungsgrad hat in Krems im Vorjahr erstmals abgenommen. Lechner  |  NOEN, Lechner/NÖN

Nachdem in St. Pölten bereits 2014 erstmals der Motorisierungsgrad gesunken ist, folgte mit Ende 2015 nun auch Krems. Dies teilte der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) mit. Demnach gab es im Vorjahr pro 1.000 Einwohner 583 Pkw, das bedeutet hinter Wr. Neustadt (542) und der Landeshauptstadt (564) den drittniedrigsten Wert im Bundesland.

Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es noch 584 Pkw, 2005 gab es „lediglich“ 545 Pkw pro 1.000 Einwohner. Der Pkw-Bestand in Krems ist aber in den vergangenen Jahren kontinuierlich größer geworden: Von 13.295 (2009) auf 14.190 Pkw Ende 2015.

Im Gegensatz zur Stadt steigt im Bezirk der Motorisierungsgrad weiter an: Im Vergleich zu 2014 hat die Zahl der Pkw pro 1.000 Einwohner um vier auf 649 zugenommen. 2005 gab es erst 577 pro 1.000 Einwohner. Damit liegt der Bezirk NÖ-weit auf Platz 19, Schlusslicht ist Waidhofen/Thaya (698).

Geringe Motorisierung hat auch Vorteile

„Ein geringerer Motorisierungsgrad ist ein Zeichen dafür, dass die Abhängigkeit vom Auto geringer ist und die Freiheit in der Verkehrsmittelwahl höher. Können mehr Strecken mit öffentlichen Verkehrsmitteln, mit dem Rad oder zu Fuß zurückgelegt werden, ist das nicht nur gut für die Umwelt, sondern schont auch die Geldbörse“, erzählt VCÖ-Experte Markus Gansterer. 

Wesentlich für die Verringerung der Mobilitätsausgaben sei zudem eine verkehrssparende Raumordnung, betont er: „Die Nahversorgung ist zu stärken, auch indem Zersiedelung und der Bau von Einkaufszentren außerhalb der Ortszentren vermieden werden.“

Verkehrsstadtrat Alfred Scheichel stellt fest, dass es in den letzten Jahren vor allem auf dem Sektor Alltagsradfahren starke Bemühungen zur Verbesserung gegeben habe und weiterhin gebe. „Auch die neuen Bahnverbindungen in der letzten Zeit – gerade für Pendler nach Wien und St. Pölten – werden sicherlich dazu beitragen, dass man vom Auto geringer abhängig wird. Die kostengünstige, umweltfreundliche Kombination ,Rad und öffentlicher Verkehr‘ soll auch für die Stadt Krems weiterhin ein Leitbild sein“, schildert Scheichel.