Krems

Erstellt am 04. Juli 2017, 05:46

von Thomas Werth

Krems: Haselmayer-Aus ist fix. Der derzeitige SPÖ-Vizebürgermeister wird nicht mehr kandidieren. Über den Grund gibt es mehrere Versionen.

Gottfried Haselmayer wird nicht mehr für die SPÖ kandidieren und sein politisches Engagement beenden.  |  NOEN, Archiv

Vor einigen Wochen hieß es noch von allen Seiten „kein Kommentar“ – nun ist es aber fix: der derzeitige SPÖ-Vizebürgermeister Gottfried Haselmayer (69) wird nicht mehr für die Sozialdemokraten antreten und sich damit komplett aus der Politik verabschieden. „Er zieht sich aus eigenen Überlegungen zurück“, erklärt Stadtparteiobfrau Eva Hollerer.

Nur: Ganz so freiwillig soll der Abschied nicht über die Bühne gegangen sein. Denn der NÖN erzählte Haselmayer, dass er gerne noch weitergemacht hätte. „Aber Reinhard Resch nimmt mir diese Chance. Er will Frau Hollerer, weil ich nicht die Frauen-Quote erfülle.“

Dass die SPÖ ohne Haselmayer in die Wahl gehen wird, habe ihm Resch im Bürgermeisterbüro mitgeteilt. „Doch er traute sich nicht, es mir zu sagen. Ich musste es ihm in den Mund legen, dass er nicht mehr möchte, dass ich weitermache.“ Laut Haselmayer soll ihm Resch danach den Ehrenring der Stadt in Aussicht gestellt haben, den der 69-Jährige laut eigener Aussage aber ablehnte. Seitdem sei das Verhältnis zwischen den beiden zerrüttet. „Resch spricht nicht mehr mit mir und lässt mir alles nur mehr über Dritte ausrichten.“

Resch: „War im Vorfeld so abgemacht“

Dabei hätte Haselmayer eigentlich gar nicht mehr die volle Amtszeit absolvieren wollen. „Ich bin 69, ich hätte wahrscheinlich nur mehr ein Jahr gemacht und dann hätten wir geschaut, wer mir nachfolgen kann.“

Der Stadtchef erzählt eine dritte Version: „Es hat zwischen uns eine klare Vereinbarung gegeben.“ Nach der Wahl 2012 habe er Haselmayer gebeten, bis zur Mitte der Amtsperiode Vizebürgermeister zu sein, um dann Eva Hollerer zur Vizebürgermeisterin zu machen.

„Zur Halbzeit hat es ein Gespräch gegeben, in dem ich Haselmayer ersucht habe, bis Ende der Periode im Amt zu bleiben. Danach sollte aber Schluss sein. Und darauf habe ich ihn bei unserem letzten Gespräch wieder hingewiesen“, so Resch, der betont: „Haselmayer hat stets sehr gute Arbeit geleistet.“