Erstellt am 06. Oktober 2015, 04:12

von Thomas Werth

Ärger um Kremser Stadtbus: "Ist wie eine Lotterie". Kunden ärgert es, dass Busse der Linie 1 Stein gelegentlich nicht anfahren. Stadt: „Bedauerlich, aber nicht von uns beeinflussbar.“

Eine Fahrt mit dem Stadtbus der Linie 1 gleiche einer Lotterie, ärgert sich eine Buskundin. Mehrmals in der Woche könne der Fahrplan nicht eingehalten werden, manchmal komme er gar nicht.  |  NOEN, Gertrude Lechner

Eigentlich sollte die Linie 1 des Stadtbusses zahlreiche Stationen in Stein im Stundentakt anfahren – zumindest laut Fahrplan. Doch die Praxis sieht häufig anders aus. „Es gleicht einer Lotterie, wenn man Glück hat, kommt ein Bus“, schildert Tina Aigner. Zwei Mal in den vergangenen sieben Tagen hat sie 25 Minuten bei der Haltestelle in der Kasernstraße auf den Bus, der um 7.30 Uhr kommen sollte, gewartet – vergeblich.

Für Aigner ist klar: „Die Zusammenlegung der Linie 1 mit der Linie 4 ist daran schuld. Der Bus fährt zuerst nach Rehberg, wo aber gerade im Bereich HLF/HAK viel Verkehr herrscht. Dann kommt er zu spät am Bahnhof an und lässt die Route Stein entfallen.“

Info-Zettel in betroffenen Bussen

Doris Denk vom Magistrat erklärt: „Bei extremem Verkehrsaufkommen kann es leider vorkommen, dass fallweise ein Kurs der Linie 1 nicht eingehalten werden kann. Das ist bedauerlich und mit Unannehmlichkeiten verbunden, aber von unserer Seite nicht beeinflussbar.“

Mittlerweile hat die Stadt auch Info-Zettel in den betroffenen Bussen angebracht. Zusammenfassung: Durch den Frühverkehr könne sich der Bus der Linie 4 verspäten, dadurch kann die Linie 1 im Notfall verkürzt werden. Denk verweist dabei auf die Möglichkeit, auf andere Linienbusse auszuweichen. „Die Tickets des Stadtbusses, etwa Wochen-, Monats- oder Jahreskarten, gelten auf allen Linien, die neben dem Stadtbus auch in den Kremser Stadtteilen unterwegs sind. Nach Stein sind beispielsweise zwischen 6.30 und 7.30 Uhr sieben Busse unterwegs.“

Für Aigner wiederum ist klar: „So kann es sicherlich nicht weitergehen.“

Dies war allerdings nicht die einzige Kritik am Stadtbus. Nicht selten scheitere eine Mitfahrt auch an einem – vor allem durch Schüler – überfüllten Bus. „Wenn man auf den Bus angewiesen ist, kann man nie sicher sein, ob man es dieses Mal pünktlich zur Arbeit schafft“, erklärt ein weiterer Beschwerdeführer der NÖN.

ÖBB-Fahrplan könnte Busse beeinflussen

Unklar ist außerdem, welche Auswirkungen die Änderung der ÖBB-Zugfahrpläne, die Mitte Dezember in Kraft tritt, auf den Stadtbus und mögliche Wartezeiten beim Umsteigen haben werden. „Sobald die offiziellen ÖBB-Fahrpläne vorliegen, wird geprüft und im zuständigen Gemeinderatsausschuss beraten, ob Änderungen im Stadtbusfahrplan sinnvoll sind“, erklärt Denk.

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