Erstellt am 05. Januar 2016, 08:54

„Anschlag“ ist Fall für die Staatspolizei. Was steckt dahinter? Nach der Explosion vor dem "Islam-Haus" ermitteln die Sicherheitsbehörden in alle Richtungen.

Hier detonierte ein Sprengkörper. Derzeit befindet sich beim Haus der „Islamischen Vereinigung“ eine Baustelle. Das erschwert die Spurensicherung.  |  NOEN, Horst Sommer

Der Fall gilt als heikel. So heikel, dass nicht nur die örtliche Polizei, sondern auch das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung mit Ermittlungen befasst ist. Außerdem wurden Kriminalbeamte beigezogen.

Es geht um die Explosion vor dem „Gebetshaus“ in Rohrendorf, das vom Verein „Islamische Kulturelle Vereinigung und Sozialhilfe in Krems“ betrieben wird. In der Nacht auf Mittwoch detonierte vor dem Gebäude in der Oberen Wienerstraße ein „pyrotechnischer Gegenstand“. Und zwar so heftig, dass Fenster zu Bruch gingen und die Fassade beschädigt wurde. Der gesamte Sachschaden macht mehrere tausend Euro aus.

Ermittlungen in alle Richtungen

Was steckt hinter dem „Anschlag? „Unsere Ermittlungen gehen derzeit noch in alle Richtungen“, heißt es dazu in einer Erklärung der Landespolizeidirektion.

Eine irrtümliche Zündung (Silvester-Knallkörper?) wird zwar nicht ausgeschlossen, gilt jedoch als unwahrscheinlich. Denn das „Islam-Haus“ ist das Vereinsgebäude von insgesamt rund 150 Türken aus Krems und Umgebung. Schon seit etwa drei Wochen gibt es konkrete Hinweise darauf, dass türkische Einrichtungen landesweit Ziel von aggressiven Aktionen sein könnten. Hintergrund ist der wieder aufgeflammte Konflikt mit den Kurden, konkret mit der PKK.

Bei der Auswertung der Spuren erhofft sich die Polizei vor allem Aufschlüsse auf die Art des Sprengkörpers. Am Tatort wurde unter anderem nach dem Zünder einer möglichen Bombe gesucht. Möglicherweise war jedoch auch nur ein Böller im Spiel.