Spitz , Langenlois , Gföhl , Rohrendorf bei Krems

Erstellt am 25. April 2017, 05:35

von Gertrude Schopf und Franz Aschauer

Bauern kämpften: Erst Schnee, dann noch die Kälte .... Die Wein- und Obstbauern starteten Räucheraktionen. Allerdings aufgrund fehlender Genehmigungen nicht an jedem Minus-Morgen.

Richtiges Aprilwetter bekam der Bezirk Krems in der vergangenen Woche zu spüren. Starker Schneefall vor allem in den „oberen“ Regionen bewirkten rutschige Straßen und einige Verkehrsunfälle.

Und dann wurden nächtliche Minusgrade angesagt, womit Winzer und Obstbauern bereits im letzten Jahr zu kämpfen hatten. „Alle paar Jahre kommt es zu solch tiefen Temperaturen im April, vor 2005 sogar noch häufiger. Im heurigen Jahr ist die Konstellation aber sehr speziell, weil es davor sehr warm war und die Pflanzen bereits in einem ganz anderen Entwicklungsstadium sind“, erklärt Wetter-Experte Alexander Orlik vom ZAMG.

„Wir haben um 3 Uhr Früh Paraffinkerzen in den Weingartenzeilen angezündet, dann auch Strohballen und Briketts“Johann Donabaum, Weinbauvereinsobmann in Spitz

Als Frost-Schutzmaßnahme wiederentdeckt haben die Betroffenen das Räuchern. Strohballen wurden entlang der Weingärten, bereit zum Anzünden, gelagert. „Das war am Freitagmorgen aber nicht notwendig. Es war bewölkt, die Temperatur fiel nicht unter Null“, berichtet Weinbauvereinsobmann Erich Kroneder aus Langenlois.

Anders die Lage am Montagmorgen: Allen Wettervorhersagen zum Trotz wurden in der Früh im Kremsfeld um die zwei Grad, in der Riede Gebling gar drei Grad minus gemessen – „und darauf waren wir nicht vorbereitet. Die behördliche Genehmigung zum Räuchern muss bis 15 Uhr am Vortag eingeholt werden – wie mach‘ ich das am Wochenende?“, sieht Kroneder da noch ordentlich Verbesserungsbedarf in der Organisation solcher notwendiger Aktionen.

In höheren Weinbaulagen wie im Spitzer Graben gingen die Temperaturen am Freitagmorgen auf bis zu drei Grad minus zurück. „Wir haben um 3 Uhr Früh Paraffinkerzen in den Weingartenzeilen angezündet, dann auch Strohballen und Briketts. Wir glauben, dass das großflächige Räuchern schon geholfen hat“, sagt Johann Donabaum, Weinbauvereinsobmann in Spitz. 20.000 Kilo Stroh wurden allein im Weinbaugebiet Spitz verbrannt. Allerdings war die Lage auch Montagfrüh „kritisch“ – geräuchert wurde nicht.

In Rohrendorf schon. Ab Höhe Wasserwerk Krems wurde die gesamte Ebene Richtung Osten eingenebelt. „Wir hatten um 6 Uhr Früh 1,5 Grad minus. Die Aktion war gut getimt“, so Weinbauvereinsobmann-Stellvertreter Matthias Haiderer.

Marillenbauern: Weltkulturerbe als Kälte-Hauptopfer

Ebenfalls mit den frostigen Temperaturen zu kämpfen hatten die Wachauer Marillenbauern. Nach zwei eisigen Morgen scheint sich das Weltkulturerbe als Kälte-Hauptopfer herauszukristallisieren. „Vor allem die Nacht von Sonntag auf Montag war für uns gar nicht gut“, erzählt der Obmann des Vereins „Original Wachauer Marille“, Franz Reisinger.

„Man kann die Schäden zwar zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht genau abschätzen, bei Temperaturen bis zu minus vier Grad befürchte ich aber, dass sie teilweise massiv ausfallen.“ Günstigere Lagen entlang der Donau wie in Arnsdorf dürften hingegen verschont geblieben sein.

Optimistischer als Reisinger ist der NÖ Obstbauverbands-Obmann Martin Sedelmaier, der mit seinen Apfelgärten in Thallern beheimatet ist. „In allen Obstgärten ist fleißig geräuchert worden. Zum Einsatz gekommen sind auch die Frostschutzbewässerungen und Paraffin-Kerzen. Ich glaube, dass wir durch die guten Schutzmaßnahmen noch mal mit einem blauen Auge davongekommen sind.“