Erstellt am 16. Februar 2016, 04:29

von Thomas Werth

"Arche" wird eingestellt. Das Hilfswerk schließt aus finanziellen Gründen den Privatkindergarten in Krems. Die Volkshilfe eröffnet hingegen ab September Kleinstkinderbetreuung in Krems.

Im September soll die Kleinstkinderbetreuung der Volkshilfe in der Arbeitergasse eröffnet werden. Die betroffenen Mitarbeiterinnen des Hilfswerk-Privatkindergartens sollen übrigens nach Möglichkeit in anderen Hilfswerk-Einrichtungen eingesetzt werden.  |  NOEN, Johann Lechner

Die gute Nachricht für alle (werdenden) Eltern zuerst: Die Volkshilfe eröffnet im September voraussichtlich zwei Kleinstkindergruppen für Kinder von ein bis zweieinhalb Jahren in den ehemaligen Volkshilfe-Büros in der Arbeitergasse. „Die Bewilligung vom Land ist da, derzeit läuft der Innenumbau“, erklärt der Kremser Volkshilfe-Präsident Ewald Sacher.

Die schlechte Nachricht: Die Zahl an Betreuungsplätzen wird sich dadurch in Krems nicht sonderlich verändern. Denn bereits am 19. August stellt das Hilfswerk den Betrieb des Privatkindergartens Arche (samt Kindertreff Sonnenschein) ein – dort werden derzeit noch im Schnitt monatlich 28 Kinder von eineinhalb bis sechs Jahren betreut.

"Keine Abgangsdeckung seitens der Stadtgemeinde"

„Trotz höchstem Engagement aller Beteiligten und hoher fachlicher Qualität wurde ein wirtschaftlicher Abgang verzeichnet, den das NÖ Hilfswerk dauerhaft nicht aus eigenen Mitteln tilgen kann. Es gibt keine Abgangsdeckung seitens der Stadtgemeinde Krems“, heißt es in einer Pressemitteilung. Eine Investition in eine notwendige Sanierung des Gebäudes sei außerdem notwendig.

Dem Vernehmen nach soll das Minus 80.000 Euro betragen, die das Hilfswerk gerne von der Stadt übernommen gehabt hätte. „Das wurde aber abgelehnt. Wie kommt die Stadt dazu, dies für eine private Einrichtung zu tun?“, erklärt Stadträtin Anna Wegl im NÖN-Gespräch.

Insgesamt fördert Krems laut Hannes Zimmermann vom Magistrat derzeit drei private, allgemein zugängliche Kleinstkindbetreuungseinrichtungen mit 75.000 Euro (der Betrag ist an einen seitens des Landes gewährten Zuschuss gekoppelt). Für das Hilfswerk seien pro Halbjahr und Gruppe je über 8.000 Euro geflossen, wobei das Hilfswerk laut Wegl um diesen Betrag im vergangenen Jahr gar nicht angesucht hat.

„Die Volkshilfe war in diesem Fall schneller“

Für die Genehmigung einer neuen Gruppe ist zuvor eine Bedarfserhebung durchzuführen. „Dabei werden im Regelfall lediglich die aktuelle Zahl aller in Krems gemeldeten Kinder zwischen ein und zweieinhalb Jahren sowie die aktuell freien Betreuungsplätze erhoben“, erklärt Zimmermann. Ein neuer Standort wird zudem laut Wegl in den ersten drei Jahren kräftig vom Land unterstützt.

„Die Volkshilfe war in diesem Fall schneller. Das Hilfswerk hätte auch eine Einrichtung an einem neuen Standort ansuchen können“, erklärt Wegl. Möglicherweise macht es dies aber noch, allerdings nicht in Krems. Im Gespräch ist ein neuer Standort in der Region um Mautern. „Ich möchte das nicht kommentieren“, erklärt der Kremser Zentrumsleiter Rainer Harrauer.

AK-Bezirksstellenleiterin Doris Schartner begrüßt die Errichtung reiner Krabbelstuben. „Es gibt ja keinen Anspruch, zweieinhalb Jahre beim Kind zu Hause zu bleiben. Zumindest ein halbes Jahr wird daher eine Betreuung benötigt. Es ist gut, wenn dieses Angebot für die Jüngsten größer wird.“

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