Erstellt am 15. März 2016, 04:14

von Thomas Werth

Auf eine Taube geschossen. Unbekannter schoss auf Türkentaube. Das Tier wird überleben, wird aber nicht mehr ausgewildert werden können.

Der Gföhler Tierarzt Ingo Mai mit dem verletzten Türkentäubchen, im Hintergrund ist das Projektil im Röntgenbild zu sehen.  |  NOEN, Foto: privat

Unfassbarer Fall von Tierquälerei in Krems: Ein Unbekannter hat auf eine Türkentaube geschossen. Passanten fanden das verletzte Tier am Mittergriesweg etwa 100 Meter von Schule und Kindergarten entfernt und brachten es in das Tierschutzhaus Krems.

Da die Taube flugunfähig war, wurde sie umgehend zum Gföhler Tierarzt Ingo Mai gebracht, der sie untersucht und versorgt hat. Im Zuge der Untersuchung wurde das Projektil gefunden, das Röntgenbild lieferte den Beweis: In der Schulter steckt das Projektil. „Die Taube dürfte mit angelegten Flügeln dagesessen sein. Das Projektil ist durch die Handwurzelknochen geflogen und in der Schulter stecken geblieben“, erklärt Mai.

"Das war hundertprozentig Absicht"

Für den Tierarzt ist klar: „Das war hundertprozentig Absicht und gut geschossen.“ Mai erklärt auch, dass er immer mehr mit den Folgen der zunehmenden Aggressionen gegen Tiere konfrontiert sei. So kommt es vor, dass er bei Röntgenuntersuchungen auch Projektile in Katzen oder Hunden findet. „Für die Besitzer sind die kleinen Projektile meist nicht zu sehen.“

Die Taube wird überleben, aber mit einer Behinderung leben müssen. Mai: „Wir können sie nicht mehr auswildern, sie wird in eine Voliere kommen. Wir müssen einen Platz suchen.“ Traurig ist der Vorfall auch für das Partnertier, denn Türkentauben leben monogam und bleiben ein Leben lang zusammen.