Erstellt am 13. Oktober 2015, 06:52

von Thomas Werth

Wirbel um "Uni-Schafe". Tierschützer üben Kritik an „total verängstigten“ schwarzen Schafen beim Tag der offenen Tür der Donau-Uni. „Ging um Präsentation von Schafswolle als Dämmstoff“, so die Uni.

Diese beiden schwarzen Schafe beim Tag der offenen Tür der Donau-Uni sind in den Mittelpunkt der Kritik von Tierschützern gerückt.  |  NOEN, Foto: privat
Schwere Vorwürfe erheben der Kremser Tierschutzverein und Besucher des Tages der offenen Tür gegen die Donau-Universität. Zwei Schafe seien in einem Gehege ohne Rückzugsort total verängstigt zur Schau gestellt worden. „Das Gehege bot keinen Schutz, war winzig und zeitweise von Kindern umringt. Einige machten sich einen großen Spaß, sich an jeder Ecke aufzustellen und die Tiere zu schrecken und zu jagen“, leitet der Tierschutzverein die Aussage einer Studentin weiter. Die Tiere seien demnach nur panisch im Kreis gelaufen. „Die Schafe haben uns nur leid getan.“

Tierschutzverein kritisiert "veraltete Tierschauen"

Auch die Obfrau des Kremser Tierschutzvereines, Nina Zinn-Zinnenburg, spart nicht mit Kritik: „Ich bin überrascht, dass eine so zukunftsorientierte Institution wie die Donau-Uni solche veralteten ,Tierschauen‘ zulässt.“ Denn Schafe seien Fluchttiere, sowohl das festliche Treiben, die Musik und die Menschenansammlungen würden Stress und Angst verursachen.

„Ein Gehege dieser Dimension lässt keinen Platz für Rückzug und Schutz gegen Übergriffe. Sollten die Schafe ein Teil des Kinderprogramms gewesen sein, dann kann man Kinder und Tiere nicht sich selbst überlassen. Ziel soll ja dann sein, Kindern Verständnis und respektvollen Umgang mit Mitgeschöpfen zu vermitteln. Das ist in diesem Fall gehörig danebengegangen“, ärgert sich Zinn-Zinnenburg.

„Es ging um die Präsentation von Schafwolle
als umweltfreundliches Dämmmaterial.“
Uni-Sprecher Stefan Sagl

Seitens der Donau-Uni wird darauf hingewiesen, dass die Schafe nicht Teil des Kinderprogramms gewesen waren, sondern quasi lebendes Anschauungsmaterial für umweltschonendes Bauen. „Es ging um die Präsentation von Schafwolle als umweltfreundliches Dämmmaterial“, erklärt Sprecher Stefan Sagl. Die Tiere seien im ruhigeren Teil des Geländes gewesen, auch Rückzugsmöglichkeiten habe es für die Tiere gegeben. „Sie wurden dort betreut und gefüttert. Den Tieren geht es gut“, versichert Sagl.

Donau-Uni droht eine Anzeige

Um eine Anzeige wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz wird die Donau-Uni aber nicht herumkommen – wenngleich aus einem anderen Grund, als man vielleicht in diesem Fall annehmen mag. Denn die Veranstaltung war nicht ordnungsgemäß bei der Veterinärabteilung gemeldet worden.

„Nach dem Tierschutzgesetz muss eine solche Veranstaltung mit Tieren mindestens vier Wochen vorher bei mir gemeldet werden. Das wurde definitiv unterlassen. Das bedeutet, dass diese Präsentation nicht legal abgehalten wurde. Die Veranstalter müssen mit einer Anzeige rechnen“, erklärt Amtstierarzt Michael Oppitz.
„Wir sind mit den zuständigen Behörden in Kontakt“, betont Sagl.