Krems

Erstellt am 21. April 2017, 06:04

von Thomas Werth

18-Jährige gegen Parkwächterin: E-Auto brachte Ärger. Parkwächterin soll 18-Jährige beschuldigt haben, das Logo ihres Autos gefälscht zu haben, um gratis parken zu können. Sie könne sich ein E-Auto gar nicht leisten, so der Vorwurf.

Schwerer Vorwurf gegen eine Parkwächterin: Sie soll ein Mädchen beschuldigt haben, das „e“ vor dem Golf-Schriftzug selbst angebracht zu haben, um gratis in der Kremser Kurzparkzone parken zu können. Symbolfoto:
Teddy Leung/Shutterstock
 |  Symbolfoto: Teddy Leung/ Shutterstock

Schwere Vorwürfe werden von einer 18-jährigen Schülerin gegen eine ÖWD-Mitarbeiterin erhoben: Die junge Frau soll beschuldigt worden sein, selbst ein „e“ vor dem Golf-Logo montiert zu haben, damit sie gratis in der Kurzparkzone stehen darf. Doch das soll nicht das Einzige gewesen sein.

ÖWD-Mitarbeiterin beobachtete die junge Frau

Die Schülerin war Mitte April ausnahmsweise mit dem Elektroauto, eben ein e-Golf, ihrer Mutter unterwegs, um vor Schulbeginn einen Arzttermin wahrnehmen zu können. Sie stellte das Auto am Hohen Markt ab und legte, wie vorgeschrieben, eine Parkuhr ein – E-Autos können schließlich in Grüner wie Blauer Zone seit Juli des Vorjahres gratis abgestellt werden.

Doch sie wurde von einer ÖWD-Mitarbeiterin dabei beobachtet. „Die Frau meinte zunächst, dass eine Parkuhr zu wenig sei“, erzählt die 18-Jährige der NÖN.

Daraufhin habe sie die Parkwächterin erklärt, dass es sich um ein E-Auto handelt. „Da antwortete sie, dass ich das ,e‘ selbst raufgeklebt habe, weil ich mir in meinem Alter ja gar kein Elektro-Auto leisten könne. Ich habe ihr sogar angeboten, es zu starten oder den Zulassungsschein herzuzeigen.“

Erst dann soll sich das Problem geklärt haben. „Sie meinte, ich solle künftig eine Kopie des Zulassungsscheins hinter die Windschutzscheibe legen, auf der personenbezogene Daten geschwärzt sind“, erzählt die Schülerin.

Grüne Kennzeichen sollen nun helfen

Seitens der Stadt wird betont, dass es nicht verpflichtend sei, eine Kopie sichtbar vorzuweisen. „Es ist aber jedenfalls bei jenen E-Autos empfehlenswert, die von der Fahrzeugtype her nicht eindeutig als E-Fahrzeug erkennbar oder bekannt sind“, so Stadt-Sprecherin Doris Denk.

Die Parkwächterin habe in der Sache selbst die richtige Empfehlung gegeben. Dem Vorwurf der harschen Vorgangsweise entgegnet Denk damit, dass Wahrnehmungen oft sehr weit auseinanderliegen: „Manchmal kann man gar nicht glauben, dass es sich um ein und dieselbe Situation gehandelt hat.“

Damit Unklarheiten rund um Elektrofahrzeuge der Vergangenheit angehören, werden von den Zulassungsstellen seit April für E-Autos Kennzeichen in grüner Schrift ausgestellt. Besitzer bereits angemeldeter E-Autos können die Kennzeichen kostenpflichtig austauschen.