Krems

Erstellt am 18. Juli 2017, 05:48

von Franz Aschauer

Ex-Sportler: Festnahme nach Rad-Ausritt!. Mann musste nach Fahrt auf dem Gehsteig mit aufs Revier. Dort soll er dann angepöbelt worden sein.

Roland Kloß und Gattin Barbara waren mit dem Verhalten der Polizei nicht einverstanden.  |  Lechner

„Schlimm“, „Traurig“, „Wahnsinn“. Nur drei von unzähligen Facebook-Reaktionen auf die vorläufige Festnahme eines Radfahrers und angebliche Pöbeleien durch Polizisten.

Wie soll es dazu gekommen sein? Roland Kloß, ehemaliger Spitzenläufer und Radfahrer, fuhr mit seinem Rad auf dem Radweg in der Bertschingerstraße. Vorbei am ÖAMTC und am Ende des Radweges angekommen, hätte sich der 50-Jährige eigentlich auf die Fahrbahn begeben müssen. „Das habe ich aber nicht getan, weil zu dem Zeitpunkt dichter Verkehr herrschte. Aus Selbstschutz bin ich also am Gehsteig weitergefahren“, schildert Kloß.

„Wollte Gehsteig gerade wieder verlassen“

Nicht einmal 100 Meter später fand die Gehsteig-Fahrt dann ein jähes Ende. Beim Eislaufplatz-Kreisverkehr verrichteten zwei Polizisten gerade ihren Dienst und stoppten Kloß auf dem Weg in die Bahnzeile. „Und das gerade, als ich den Gehsteig wieder verlassen wollte“, bedauert Kloß, der darauf hingewiesen wurde, dass Radfahren auf dem Gehsteig verboten ist.

Prompt forderten die Polizisten 50 Euro Bußgeld und einen Ausweis ein. Kloß hatte allerdings weder Ausweis noch Geld bei sich. „In dem Moment, als sie mich belangen wollten, ist dann eine Gruppe Radfahrer am Gehsteig vorbeigerast. Die haben sie aber einfach weiterfahren lassen“, so Kloß.

Bei der Einfahrt in die Bahnzeile, von der Bertschingerstraße kommend, ist Roland Kloß von der Polizei gestoppt worden.  |  Aschauer

Zur Feststellung der Identität musste Kloß auf das Polizeirevier mitfahren. Dort sollen den ehemaligen UN-Blauhelm dann gleich mehrere – auch unbeteiligte – Polizisten angepöbelt haben.

Gefallen sein sollen unter anderem Aussagen wie „Kloß – der Name steht für Qualität“ und „Sie können ja woanders hinziehen, Hamburg ist gerade angesagt“, in Anspielung auf die Ausschreitungen während des G20-Gipfels. „Ich habe gedacht, mich nimmt eine versteckte Kamera auf und ich bin in einer Fernsehsendung. Es ist wirklich ein Witz, dass man als normaler Kremser Bürger wie ein Verbrecher behandelt wird.“

Landespolizeidirektion prüft Angelegenheit

Die angeblichen Pöbeleien nicht kommentieren möchte der Kremser Polizeichef Herbert Prandtner. „Was ich aber sagen kann, ist, dass sich meine Polizisten absolut korrekt verhalten haben und den Gesetzen entsprechend gehandelt haben.“

Über den Vorfall informiert ist mittlerweile auch die Landespolizeidirektion, die diesen prüfen wird. „Ein Treffen mit Bürgermeister Reinhard Resch haben wir auch noch in dieser Woche“, so Kloß abschließend.