Erstellt am 09. Juni 2016, 04:15

von Petra Vock

Axel-Corti-Preis für Robert Neumüller. Der Kremser Regisseur arbeitet an mehreren neuen Projekten - dazu zählt auch der Pausenfilm des Neujahrskonzertes.

Robert Neumüller: »Preis ist eine große Ehre.«  |  NOEN, Peter Beringer

Für den Dokumentarfilmpreis war er mehrfach nominiert, aber mit dem Axel-Corti-Preis hat er laut eigener Aussage gar nicht gerechnet: „Es ist eine sehr, sehr große Ehre und war eine große Überraschung für mich“, erzählt Robert Neumüller (57) im Gespräch mit der NÖN. In der Vorwoche ist dem Kremser Regisseur im Wiener Rathaus dieser Preis für herausragende Leistungen in Funk und Fernsehen überreicht worden.

Besonders freut Neumüller, dass die Jury als Begründung zwei Filme genannt hat, die ihm selbst überaus wichtig sind: den Dreiteiler „Der taumelnde Kontinent“ über Europa zwischen 1900 und 1914 und die Doku „Schatten der Vergangenheit“ über die Wiener Philharmoniker und ihr Aufarbeiten der Zeit von 1938 bis 1945. Beide Filme waren im Fernsehen zu sehen, „Der taumelnde Kontinent“ ist auch auf DVD erhältlich.

x  |  NOEN, ORF/Thomas Jantzen

An einer emotionalen Szene des Philharmoniker-Films habe ein weiterer Kremser seinen Anteil, verrät Neumüller: „In einer Szene legen die Philharmoniker bei einer Probe ihre Instrumente hin und gehen raus – für die Vertriebenen, die das Orchester verlassen mussten und zum Teil ermordet wurden. Das war eine Idee von Robert Streibel.“ Der Historiker und der Regisseur kennen einander seit dem ersten Schultag und haben gemeinsam in Krems Volksschule und BRG Ringstraße besucht.

„Schon in der Schulzeit habe ich
begonnen zu fotografieren und zu filmen"

Bereits damals war für Neumüller klar, welche berufliche Richtung er einschlagen möchte: „Schon in der Schulzeit habe ich begonnen zu fotografieren und zu filmen. Als ich dann einen Dokumentarfilm von Fritz Lehner über Freistadt im Fernsehen gesehen habe, habe ich gewusst: Das ist es!“ Bei einer Studienberatung an der Schule erfuhr er von der Filmakademie in Wien: „Dort habe ich mich beworben, und seitdem übe ich diesen Beruf ohne Unterbrechung aus.“

Das heurige Jahr sei schon „ziemlich voll“, erzählt Neumüller. Als Nächstes wird am 4. Juli (21.05 Uhr, ORF 2) sein Porträt von Elizabeth T. Spira ausgestrahlt. „Parallel dazu bereite ich den Pausenfilm für das Neujahrskonzert vor“, berichtet er. Der Pausenfilm „Wien im Dreivierteltakt“ wird Neumüllers eigenem Drehbuch folgen: „Der wird jetzt im Sommer gedreht.“

x  |  NOEN, ORF/Thomas Jantzen

Darüber hinaus hat er gerade mit einem Porträt über den 90-jährigen Mönch und Autor David Steindl-Rast begonnen und dreht drei Folgen eines 12-Teilers über das Staatsarchiv für Arte und ORF: Der 1. Teil über Marie-Antoinette sei schon fertig.

Obwohl er beruflich viel in Wien zu tun hat, sei sein Hauptwohnsitz nach wie vor in Krems, verrät Neumüller: „Ich habe einen Garten hier und Freunde. Wenn es so etwas wie Heimat gibt, dann ist es Krems.“