Erstellt am 21. Juni 2016, 04:30

von Thomas Werth

Bald "Siesta" in der Kremser Innenstadt?. City-Geschäfte könnten an heißen Tagen bald länger Mittagspause haben, dafür abends später schließen.

So viel Leben in der Landstraße würden sich Innenstadt-Gastronomen auch noch nach 18 Uhr wünschen.  |  NOEN, Johann Lechner

Während in Spanien lautstark über die Abschaffung der „Siesta“ nachgedacht wird, wird in Krems die Einführung einer „Light-Version“ der verlängerten Mittagspause überlegt.
Diskutiert wurde die Idee zuletzt vor wenigen Tagen bei einem Arbeitskreis-Treffen im Rahmen des Tourismus-Fahrplans 2030, an dem Gastronomen aus der Innenstadt teilgenommen haben. Das große Ziel: die Belebung der Innenstadt am Abend.

Neu ist der Vorschlag allerdings nicht. Adolf Krumbholz brachte ihn etwa im Rekordsommer des Vorjahres ins Gespräch. „Die Leute versuchen, bei der Hitze in der Früh alles zu erledigen, von 11 bis 15 Uhr gibt es dann ein großes Loch. Es würde Sinn machen, mittags länger zuzusperren und dafür abends länger offen zu haben. Denn da füllt sich die Innenstadt wieder“, erklärte er damals.

Gespräche mit Unternehmern laufen

Damit diese Maßnahme aber auch Sinn macht, müssen auf jeden Fall mehrere Betriebe mit ins Boot geholt werden – und daran wird derzeit im Hintergrund gearbeitet. „Es laufen gerade Gespräche mit Unternehmern“, bestätigt die Kremser Tourismus-Chefin Gabriela Hüther.

Angedacht wird im Zeitraum von Juli bis September eine Mittagspause bis etwa 15 Uhr, dafür bleiben die Betriebe dann bis 20 Uhr geöffnet. Gibt es genug interessierte Unternehmer, könnte dies schon heuer umgesetzt werden. „Vor allem kleinere Betriebe könnten rasch reagieren“, so Hüther, die bezweifelt, dass Ketten mitmachen werden.

Touristische Impulse durch Maßnahme

Bislang hat bis auf wenige Ausnahmen in der Innenstadt ab 18 Uhr alles geschlossen. Hüther würde sich durch längere Öffnungszeiten freilich auch touristische Impulse erhoffen: „Wo schicken wir derzeit die Touristen am Abend hin? Die Stadt ist dann großteils leer.“

Dass durch längere Öffnungszeiten Probleme mit Innenstadtbewohnern resultieren, daran glaubt die Tourismus-Chefin nicht: „Bis 20 Uhr geöffnet zu lassen, wäre sicherlich in einem akzeptablen Rahmen.“
Das Treffen der Gastronomen ist übrigens nur ein Ergebnis des ausgearbeiteten Kremser Tourismuskonzeptes.

In einer weiteren Gruppe wird beispielsweise über (neue) Veranstaltungen diskutiert. „Es entstehen Initiativen, die man fördern soll“, betont Hüther.

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