Erstellt am 04. Mai 2016, 04:34

von Thomas Werth

Bettel-Beschwerden häufen sich wieder. Polizei berichtet von vermehrten Anrufen von Passanten. Aber: Meistens soll es sich nicht um verbotenes Betteln handeln.

Höhere Temperaturen sorgen für mehr Leben in der Innenstadt. Allerdings steigen damit auch Beschwerden gegen Bettler.  |  NOEN, Lechner

Die Temperaturen steigen – und damit auch die Zahl der Beschwerde-Anrufe bei der Polizei. Denn immer mehr Bettler nehmen wieder Platz in der Innenstadt. Teilweise sitzen sie sogar mitten auf der Landstraße, sehr zum Ärger von Passanten. „Wir werden wieder häufiger damit konfrontiert“, bestätigt Sonja Stamminger vom Bezirkspolizeikommando.

Allerdings betont Stamminger, dass es sich kaum um verbotenes Betteln (aggressiv, organisiert, von Haus zu Haus, mit Unmündigen) handelt. „Die Polizei kann daher meistens nichts unternehmen, da Betteln ein Grundrecht und damit nur bedingt eindämmbar ist“, betont Stamminger.

Ruhiger ist es zumindest beim Thema Musizieren geworden. Seit dem Vorjahr bedarf es in Krems für Straßenmusik einer individuellen straßenpolizeilichen Bewilligung. Bislang wurden laut Magistrat zehn Bewilligungen für eine Dauer von je vier Wochen erteilt, die zudem auf sechs Bereiche beschränkt sind.

"Auftrittsort nach 30 Minuten zu wechseln"

Musiziert darf dabei nur von Montag bis Samstag von 10 bis 12 Uhr und von 15 bis 17 Uhr werden, wobei der Auftrittsort nach 30 Minuten zu wechseln ist. Am selben Standplatz sind zudem pro Tag maximal zwei Auftritte gestattet.

Insgesamt wurden wegen fehlender Bewilligungen zehn Verwaltungsstrafverfahren geführt, wobei fünf davon abgeschlossen wurden. „Im Falle eines erstmaligen Antreffens ohne Bewilligung wird ein Weiterspielen lediglich untersagt und die Musikanten auf die Bewilligungspflicht hingewiesen“, betont Hannes Zimmermann, Leiter der Bezirksverwaltung.