Erstellt am 28. Oktober 2015, 05:17

von Thomas Werth

Bettlerin bestiehlt Kind in Kremser Innenstadt. Nachdem der Bettelversuch bei der zehnjährigen Veronika Henning erfolglos war, riss die Frau dem Mädchen in der Kremser Innenstadt einfach das Kleingeld aus der Hand.

In diesem Bereich der Innenstadt soll eine Bettlerin einem zehnjährigen Mädchen Kleingeld aus der Hand gerissen haben.  |  NOEN, Johann Lechner

Erschreckender Vorfall in der Kremser Innenstadt: Weil die zehnjährige Veronika Henning einer Bettlerin kein Geld geben wollte, riss die Frau dem Mädchen einfach Kleingeld aus der Hand.

Veronika, die in Stein die Schule besucht, fuhr am Donnerstag – wie jeden Schultag – nach dem Unterricht mit dem Bus zum Steiner Tor, um danach zu ihrer Mutter Irmgard in ein Geschäft im Zentrum zu gehen. Zuvor wollte sie sich allerdings noch eine Wurstsemmel beim Spar-Markt in der Fußgängerzone kaufen. Bevor sie das Geschäft betrat, zählte sie aber noch ihr Geld, um zu kontrollieren, ob es überhaupt für eine Jause reicht.

„Sie kam weinend und zitternd bei mir an"

Da witterte eine Bettlerin, die zu diesem Zeitpunkt Rosen verkaufte, offenbar ihre Chance. Sie fragte die Schülerin, ob sie 50 Cent für sie habe. Veronika verneinte. Dann dürfte die Frau allerdings bemerkt haben, dass die Zehnjährige etwas mehr Kleingeld bei sich hatte. „Zwei Euro für Kebab“, bettelte sie das Mädchen an. Auch das lehnte Veronika ab. Und dann passierte es! Die Frau riss ihr einfach Kleingeld aus der Hand, machte sich mit zwei Euro aus dem Staub.

Das Mädchen lief danach sofort zu seiner Mutter. „Sie kam weinend und zitternd bei mir an. Erst langsam konnte sie mir die Geschichte erzählen“, schildert Irmgard Henning im NÖN-Gespräch. Henning machte sich dann sofort auf, um die Frau zur Rede zu stellen. „Meine Tochter konnte sie mir zeigen. Allerdings hatte sie plötzlich eine andere Jacke an und war als Augustin-Verkäuferin unterwegs. Ich habe ihr dann lautstark meine Meinung gesagt“, erzählt Henning.

"Es geht um das Prinzip"

Auch Zeugen, die den Vorfall gesehen haben, konnte sie finden. Einen Tag später hat sie den Vorfall bei der Polizei in ihrer Heimatstadt Mautern zur Anzeige gebracht. „Es geht hier nicht um zwei Euro, sondern um das Prinzip“, erklärt Henning, die aber betont: „Hätte meine Tochter zu diesem Zeitpunkt einen 20- oder sogar 100-Euro-Schein in der Hand gehalten, dann wäre auch dieser fort gewesen.“

Die Mauternerin sieht stattdessen die Stadt Krems gefordert, etwas für die Sicherheit in der Innenstadt zu tun. „Ich muss meine Tochter seit dem Vorfall nun selbst jeden Tag von der Bushaltestelle abholen und mir wurde seitdem öfter erzählt, dass ihr Erlebnis kein Einzelfall gewesen sei.“

Wie denkt Ihr darüber? Stimmt ab!

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