Krems

Erstellt am 04. April 2017, 09:16

von Franz Aschauer

Saison-Start in den Gastgärten. Ein ungewöhnlich warmes März-Ende sorgte für eine unverhofft frühe Öffnung der Schanigärten.

Chef Jörg Hartl serviert im „Fiakerwirt“-Schanigarten am Langenloiser Holzplatz sein selbst gebrautes Bier.  |  Johann Lechner

Zahlreiche Sonnenhungrige sind vergangene Woche erstmals in diesem Jahr so richtig auf ihre Kosten gekommen. Bei Temperaturen über 20 Grad waren es vor allem die 56 bewilligten Schanigärten von Café- und Wirtshäusern, die zum Verbessern des Hautteints und der Konsumation von Erfrischungsgetränken einluden.

„Leute genießen vor allem das Sonnenlicht“

Freude über den relativ frühen Start der Schanigarten-Saison hatten naturgemäß die Gastronomen, darunter auch Thomas Hagmann, Chef der gleichnamigen Café-Konditorei und Wirtschaftskammer-Obmann: „Mit dem Ende der Nebensaison und dem Start der Hauptsaison geht es wieder von Neuem los. Die Wichtigkeit der Schanigärten kann dabei gar nicht überschätzt werden. Kein Tourist geht in ein Lokal, wo es keinen Schanigarten gibt.“

Sieben Euro pro Quadratmeter zahlen Gastronomen seit 2012 im Monat für einen Schanigarten in der Innenstadt. In den Zonen Stein und Mitterau ist mit 5,50 und vier Euro etwas weniger zu berappen. Für den in der Landstraße beheimateten Hagmann ist der Quadratmeterpreis am oberen Limit angelangt. „Die Kosten sind mittlerweile ungefähr gleich hoch wie für eine durchschnittliche Geschäftsmiete.“

Ebenfalls mit einem Schanigarten in der Landstraße vertreten ist das Café-Restaurant Moyome. „Natürlich wäre ein etwas günstigerer Preis für uns besser, aber grundsätzlich sind wir damit einverstanden, schließlich zahlt es sich auch aus“, erzählt Chefin Katharina Tampermeier, laut der das Konsumverhalten im Schanigarten etwas anders ist: „Jetzt, wo es noch nicht so heiß ist, genießen die Leute vor allem das Sonnenlicht und konsumieren dabei etwas weniger.“

Anders sieht das Café- „Schmankerl“-Betreiber Stefan Kellner. Für ihn konsumieren Gäste im Freien mehr als in den Lokalen selbst. „Da kommt uns das warme Wetter natürlich zugute. Ab 20 Grad sitzen 90 Prozent der Gäste draußen“, behauptet Kellner.

Trotz der hohen Temperaturen noch wenig Schanigarten-Betrieb hatte Weinbar-„Arte“-Chef Christoph Mayer. „Die Touristen fehlen derzeit noch, aber das wird sich bald wieder ändern.“

„Raucher weichen auf Schanigärten aus“

Ein Parade-Schanigarten-Betrieb ist seit Jahren das Stadtcafé Ulrich. 50 Sitzplätze stehen auf der Terrasse mit Blick auf das Steinertor zur Verfügung. Für Chef Siegfried Wagner wird dem Schanigarten in Zukunft noch mehr Bedeutung zukommen. „Raucher haben es in Kaffee- und Wirtshäusern immer schwerer, da wird ein Großteil in Zukunft auf die Schanigärten ausweichen.“

Auch in Langenlois konnten vergangene Woche in den sieben Schanigärten im Stadtzentrum die ersten Besucher verzeichnet werden, darunter auch beim „Fiakerwirt“ der Familie Hartl. „Das Wetter hat uns natürlich sehr in die Karten gespielt“, freut sich Jörg Hartl.

Auch für das Gföhler „Katzenstüberl“ hat mittlerweile die Schanigarten-Saison begonnen. 40 Sitzplätze bietet der Außenbereich des Traditionsbetriebes von Karl Prinz. „Unser selbst gemachtes Eis geht dort bei schönem Wetter weg wie warme Semmeln“, freut sich Prinz.

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