Erstellt am 17. Dezember 2015, 06:48

von Udo Sagl

Hurra! Nachwuchs bei den Jauerling-Luchsen. Die Rückkehr der „Pinselohren“: Jetzt dürfte auch ihre Vermehrung gesichert sein – zur Freude der Naturschützer.

Widerstandsfähig: Luchse kommen mit dem Winter gut zurecht.  |  NOEN, Waldhäusl

Beweise gibt es (noch) keine, aber „100-prozentige Indizien“. Und die besagen: Zugewanderte Luchse fühlen sich im Bezirk Krems mittlerweile so wohl und heimisch, dass sie sich vermehren.

Wie berichtet, leben im Waldgebiet rund um den Jauerling seit vier bis fünf Jahren zwei erwachsene „Pinselohren“. Sie lassen sich immer wieder blicken, hinterlassen Spuren und werden regelmäßig durch Fotofallen erfasst.

Bei den beiden Tieren dürfte es sich um ein Pärchen handeln. Schon im Vorjahr war darüber spekuliert worden, ob sich Nachwuchs eingestellt haben könnte. Nun gilt es als sicher: Es gibt Jungtiere!

Weitläufige Reviere und wenig Nachwuchs

Die Jauerling-Luchse gehören zur „Böhmerwaldpopulation“, die im Wald- und Mühlviertel weitläufige Reviere bewohnt. Luchse können ab ihrem dritten Lebensjahr Nachwuchs bekommen. Zwischen Februar und März kann man den Ruf der Tiere hören: Es ist ein lautes Miauen und Heulen, mit dem die Männchen die Weibchen rufen. Das Weibchen bringt dann Ende Mai ein bis drei Junge zur Welt.

Bekommt die Mutter wieder Nachwuchs, müssen sich die Jungen ihr eigenes Jagdgebiet suchen. Eine massenhafte Vermehrung ist laut WWF nicht zu erwarten: „Obwohl immer wieder Luchse nachgewiesen werden können, bleibt die Anzahl der vorhandenen Individuen sehr gering. Das macht ihr Überleben langfristig sehr schwierig.“